
Bundesliga: Nächtliche Krisensitzung auf Schalke
Tönnies stärkt Rutten den Rücken
Beim FC Schalke 04 brennt vor dem UEFA-Cup-Spiel bei Twente Enschede (20.30 Uhr im LIVE-TICKER) der Baum: Nach vier Niederlagen aus den letzten fünf Pflichtspielen und einem enttäuschenden neunten Platz in der Bundesliga stehen Trainer Fred Rutten und Manager Andreas Müller stark in der Kritik. Nun bat Schalkes Aufsichtsratschef Clemens Tönnies zu einer Aussprache, stärkte Trainer und Manager hinterher aber demonstrativ den Rücken.
"Es ging nicht darum, über Personen zu entscheiden. Es gibt keine personellen Konsequenzen. Wir haben uns sauber ausgesprochen", sagte Tönnies, in dessen Villa in Rheda-Wiedenbrück am Dienstagabend die Aussprache stattgefunden hatte.
"Wir müssen wieder Ruhe haben, und die kriegen wir auch", meinte der Fleisch-Fabrikant - forderte aber auch unmissverständlich Ergebnisse. "Wir haben jetzt drei schwere Spiele, und da müssen wir Erfolg haben", sagte Tönnies mit Blick auf die Partien in Enschede, gegen Hertha BSC Berlin und bei 1899 Hoffenheim.
Manager Müller ist "angezählt"
Nach der Aussprache, bei der auch Präsident Josef Schnusenberg und Geschäftsführer Peter Peters zugegen waren, habe sich Müller allerdings intern angeblich über mangelnde Rückendeckung beklagt. Dennoch schließt Schnusenberg personelle Konsequenzen vorerst aus.
"Es gibt keinen Trainer- oder Manager-Wechsel. Wir ziehen die Karre gemeinsam aus dem Dreck, es wird niemand an den nächsten Ergebnissen gemessen", wird der Präsident in der "NRZ" zitiert. Tönnies bestätige jedoch, dass Müller bei dem Krisengipfel "angezählt" gewirkt habe.
Tönnies: "Ich habe Tacheles geredet"
Besser steht Rutten da, der laut Tönnis eine "ungeheure Stärke und einen super Einfluss auf die Mannschaft" ausstrahle. Nach den "Müller raus"-Rufen bei der UEFA-Cup-Pleite gegen Manchester City und der 0:2-Niederlage gegen den VfB Stuttgart am Wochenende steht alle Protagonisten allerdings gehörig unter Druck.
Ganze drei Stunden soll auf dem Anwesen von Tönnies Klartext geredet worden sein. Der "Bild"-Zeitung berichtete Tönnies bereits kurz danach: "Ich habe Tacheles geredet. Die Dinge müssen sich sofort ändern, damit wir erfolgreich durch die drei Spiele bis zur Winterpause kommen."
Dem Aufsichtsratschef sind auch die Pfiffe gegen das Team und das Aufbegehren gegen den Manager ein Dorn im Auge: "Pfiffe helfen Schalke nicht weiter. Die Spieler brauchen jetzt Unterstützung."
Tönnies lehnt Assauers Angebot ab
Ganz nebenbei bringt auch noch ein alter Bekannter Unruhe rein - Ex-Manager Rudi Assauer. "Wenn Schalke lichterloh brennt, und alle sich einig sind, dass ich helfen soll - dann bin ich im äußersten Notfall bereit, für sechs Monate auszuhelfen," sagte der 64-Jährige unlängst.
Tönnies ließ dem Angebot direkt eine Absage folgen: "Ich bin sehr verwundert, fast sprachlos. Dieses Angebot ist kein Thema für uns."
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Assauer: "Verdammte Hacke, wir haben Fehler gemacht"
Gleichzeitig gab es von Assauer im "Express" noch eine Ohrfeige für seinen ehemaligen Ziehsohn Müller und den niederländischen Trainer Rutten:
"Die Leute, die jetzt am Ruder sind, müssen sich eingestehen: Verdammte Hacke, wir haben Fehler in der Einkaufspolitik gemacht. Das, was wir geholt haben, funktioniert nicht. Ich habe nicht den Eindruck, dass sie einen Arsch in der Hose haben und Fehler zugeben."














