Dank Lucien Favre ist in Berlin nach Jahren der Tristesse die Freude am Fußball zurückgekehrt
Dank Lucien Favre ist in Berlin nach Jahren der Tristesse die Freude am Fußball zurückgekehrt
© Getty

Hertha feiert Lucien Favre

Samstag, 22.11.2008

Hoeneß: "Die Handschrift des Trainers"

Nach dem knappen Erfolg gegen Bochum herrscht in Berlin die Euphorie. Den Grund für den Erfolg der Hertha macht Manager Dieter Hoeneß auf der Trainerbank aus.

Die Spieler tanzten ausgelassen über den Rasen, der Trainer bekam ein Sonderlob, doch in grenzenlose Euphorie wollte Manager Dieter Hoeneß nicht verfallen.

"Wir wollen bis zum Schluss um die UEFA-Cup-Plätze mitspielen. Von diesem Ziel rücken wir auch nicht ab. Erst mittelfristig wollen wir in die Nähe der Champions-League-Ränge kommen", meinte Hoeneß nach dem 3:2 (3:0)-Erfolg von Hertha BSC Berlin beim VfL Bochum.

 

"Das war ganz hervorragend"

Mit dem dritten Sieg in Serie hat sich der Hauptstadtklub als Tabellenvierter vorerst in der Spitzengruppe festgesetzt. Eine erfolgreiche Zwischenbilanz, die sich besonders der Schweizer Coach Lucien Favre auf die Fahnen schreiben darf.

"Man erkennt eine deutliche Struktur in der Mannschaft. Das ist die Handschrift des Trainers. Die Erwartungen, die wir in ihn gesetzt haben, sind erfüllt worden", sagte Hoeneß. Dabei hing der vierte Auswärtssieg der Berliner nach zwei vollkommen unterschiedlichen Halbzeiten am seidenen Faden.

Im ersten Durchgang präsentierte sich die Hertha ballsicher, lauffreudig und spielerisch stark. Die Tore von Raffael (25.), Gojko Kacar (33.) und Cicero (39.) waren Ausdruck der deutlichen Überlegenheit gegen erschreckend schwache Bochumer.

"Das war ganz hervorragend", meinte Favre. Doch nach dem Wechsel folgte ein Bruch im Spiel der Gäste. Die Berliner verkrochen sich in der eigenen Hälfte, stellten die Offensivbemühungen ein und bettelten um Gegentore.

Passive Haltung bestraft

Die passive Haltung wurde durch Treffer von Stanislav Sestak (50.) und Marcin Mieciel (74.) prompt bestraft. "Ich bin fassungslos, dass wir immer eine schlechte Halbzeit spielen. Das ist nicht erklärbar", so Nationalspieler Arne Friedrich.

Am Ende bejubelten die Berliner und ihr Anhang aber drei Punkte und Hoeneß stellte zufrieden fest: "Da wächst etwas zusammen." Von höheren Zielen wollte aber auch die Mannschaft nichts wissen, obwohl der Rückstand auf Tabellenführer 1899 Hoffenheim nur vier Punkte beträgt.

Die Tabelle sei vollkommen egal, man müsse nur von Spiel zu Spiel schauen, sagte Innenverteidiger Josip Simunic. Das gilt auch für den VfL, der seit zehn Begegnungen und dem 14. September auf einen Sieg wartet.

Bochum zu spät aufgewacht

"Wir haben eine katastrophale erste Halbzeit gespielt. In der Pause bin ich laut geworden, danach haben wir eine gute Reaktion gezeigt", erklärte Bochums Trainer Marcel Koller nach dem Sturz auf den Relegationsplatz.

Diese Reaktion kam allerdings zu spät. Zu viele Ballverluste leistete sich der VfL vor der Pause, die Zuschauer machten ihrem Unmut lautstark Luft. Paul Freier zeigte Verständnis für das leidende Publikum.

Man habe die mannschaftliche Geschlossenheit vor der Pause vermissen lassen. Dies sei für ihn unverständlich, da es gegen den Abstieg gehe, so der Mittelfeldspieler.


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