24.05.2012 um 12:54 Uhr
Geschrieben von gartenzwerg
Rudi Kargus und ich
Dem einen oder anderen wird unter meinen HSV-Blogs schon mal der Tag
Rudi Kargus aufgefallen sein und in diesem Legendenblog möchte ich mal erzählen, was mich mit Rudi verbindet.
Meine Eltern konnte man wenn`s hoch kommt als Fußballinteressiert bezeichnen und als Hamburger waren sie zwar HSV-Sympathisanten, aber auch nicht mehr. Daher musste ich auf meinen ersten Stadionbesuch warten, bis mich mein Onkel im Dezember 1974 mit in den Volkspark nahm. Torschütze zum 1:0 Sieg gegen Bayern war damals Peter Hidien, diesem Umstand verdanke ich es, dass ich den Termin noch bestimmen kann, denn so viele Tore hat der Peter ja nicht geschossen.
Fußball- und auch HSV-Fan war ich aber schon länger.
1972 saß ich schon vor dem Radio und hörte zu, wie Uwe Seeler sein Abschiedsspiel bestritt. Das Radio war überhaupt die Hauptinformationsquelle für einen Fußballfan, der nicht das Glück hatte ins Stadion zu kommen und die samstägliche Konferenz war genauso Pflicht, wie selbsterstellte Blitztabelle und Torschützenstatistik.
Zum Fan wurde ich über das Spielen. Als ich 1971 aktiv wurde, kam ein
junger Torwart aus Worms zum HSV. Es war das Jahr in dem auch
Manfred Kaltz und Caspar Memering von Gerhard Heid zum HSV gelotst wurden.
Rudi Kargus, gerade 19 Jahre alt kam als Juniorennationalspieler und hoffnungsvolles Talent zum HSV, musste sich aber vorerst mit der Nummer zwei hinter Arkoc Özcan begnügen.
Ich hatte mich in der Zwischenzeit zu einem durchschnittlichen Jugendspieler gemausert, der mit mehr Begeisterung als Talent bei der Sache war. 1973 verschlug es mich, just in dem Moment, als Rudi zur Nummer Eins wurde, ins Tor.
Im Gegensatz zu mir machte Kargus relativ schnell auf sich aufmerksam
und im Dezember 1973 bekam er den Titel Elfmeterkiller verliehen, nachdem
er im Pokalspiel gegen Mönchengladbach gleich drei Elfer gehalten hat.
Auf den Rekord der meisten gehaltenen Elfmeter wird Rudi Kargus heute aus fußballerischer Sicht leider reduziert, dabei hat er es immerhin zum Nationalspieler (3 Einsätze) gebracht und war mit dem HSV Meister, Pokalsieger und Europapokalsieger.
Auch abseits der Elfmeter absolvierte Rudi herausragende Spiele, machte aber gerade auch zum Ende seiner HSV-Zeit einige Fehler, die ihm weitere Länderspiele und weitere Jahre in Hamburg kosteten.
Als ich 1980 meine Jugendfußballkarriere beendete, verließ Rudi Kargus nach zehn Jahren und 254 Bundesligaspielen den HSV. Auch wenn Rudi nie mein Lieblingsspieler war, hat mich seine Absetzung doch relativ entsetzt. Im nachhinnein betrachtet war das allerdings kein goßer Fehler, da Ulli Stein ja auch ganz ordentlich gahalten hat.
Seine Laufbahn als Fußballer beendete Rudi Kargus 1990, nachdem er für Nürnberg, Karlsruhe, Düsseldorf und Köln noch weitere 173 Erst und
19 Zweitligaspiele bestritt. Zwischen 1991 und 1996 war er für den HSV als Jugendtrainer tätig, dem er auch bis heute noch verbunden ist.
Als eine Verletzung auch die Trainerarbeit unmöglich machte widmete sich Rudi Kargus durchaus erfolgreich der Malerei.
Auf seiner Website erhält man einen Überblick über seinen Werdegang als Maler.
Wo Ihr Euch über meinen Werdegang als Reimer informieren könnt, wisst Ihr ja.
Weitere Zahlen und Geschichten zu Rudi Kargus gibt es natürlich auf Wikipedia.
Aufrufe: 5495 | Kommentare: 9 | Bewertungen: 5 | Erstellt:24.05.2012
ø 10.0
KOMMENTARE
Um bewerten und sortieren zu können, loggen Sie sich bitte ein.
23.07.2012 | 13:33 Uhr
0
taneu :
Da hat der Honk mal ausnahmsweise recht. Zu unbeachtet, der Blog. Es sit doch Sommerpause, was gibt es da schöneres also solche Dinge anzuteasern, SPOX? Los jetzt. 400 klicks für den Rudi? Das geht nicht.
0
23.07.2012 | 12:02 Uhr
0
xxlhonk :
So war er zeit seines Lebens.Ruhig, zurückhaltend und total unbeachtet, weil unterschätzt.
Genau wie der Blog hier.
Total unbeachtet.
Weil unterschätzt....
0
05.06.2012 | 11:01 Uhr
0
uh1963 :
legendär, wie dieser Blog, waren auch seine Stutzenimmer übers Knie gezogen
von der Frisur ganz zu schweigen...
0
25.05.2012 | 18:08 Uhr
0
0
24.05.2012 | 15:00 Uhr
0
UliFan :
Super Blog!Nur die Erwähnung der Bayernniederlage hätte es nicht gebraucht
0
24.05.2012 | 13:11 Uhr
0
0
24.05.2012 | 13:03 Uhr
0
xxlhonk :
Ich werde nie dieses Elferschießen im Pokal-Wiederholungsspiel (ja, die gab es damals, wenn das Spiel unentschieden ausgegangen war) erinnern.Das gab es damals nämlich im TV.
Und da wir seit der Olympiade 72 einen Farb-TV hatten, konnte ich das Live UND in Farbe sehen.
Und es war eines dieser Erlebnisse, die einen für ewig an den eigenen Verein schweißen und aus Spielern Helden machen.
Für mich war er immer ein Held und ich habe es dem HSV lange übel genommen, dass man ihn durch Stein und Koitka ersetzt hatte.
Damals.
Starkes Legendenteil.
und sehr starkes Teasing auf Zwergengedichte. Wenn Du mal einen neuen Job suchst, melde Dich
0
COMMUNITY LOGIN
Statistik