Im 15.000 Spiel der Bundesliga-Geschichte hat es keinen Sieger gegeben. 1899 Hoffenheim und Greuther Fürth trennten sich in einem packenden Spiel 3:3 (1:1).
Vor 22.150 Zuschauern in Sinsheim brachte Roberto Firmino die Gastgeber in Führung (8.), Zoltan Stieber glich noch vor der Pause aus (39.). Nach dem Seitenwechsel legte Joselu für 1899 zweimal (67., 89.) vor, Edgar Prib (84.) und Lasse Sobiech (90.+3) glichen jeweils aus.
Reaktionen:
Trainer Markus Babbel (Hoffenheim): "Es war für die Zuschauer ein tolles Spiel, leider haben wir noch das 3:3 kassiert. Wir haben gut auf den Ausgleich zuvor reagiert, haben es aber versäumt, den Sack zuzumachen. Wir haben viele jungen Spieler im Kader, wir müssen aus solchen Spielen lernen. Es war eine gefühlte Niederlage."
Trainer Mike Büskens (Fürth): "Der Punkt war so etwas von verdient heute. Die Jungs haben heute eine Riesenmoral bewiesen. Ich denke, dass wir auch einen guten Fußball gespielt haben. Wir wussten, dass Hoffenheim eine spielerisch sehr gute Mannschaft ist, die wir aber mit einer guten Moral brechen können."
SPOX-Spielfilm:
Vor dem Anpfiff: Bei Hoffenheim kehrt Wiese zwischen die Pfosten zurück. Im defensiven Mittelfeld überrascht Babbel mit dem jungen Denis Streker, der bislang noch ohne Bundesliga-Einsatz ist. Volland spielt für Ochs. Fürth beginnt mit der Startelf aus dem HSV-Spiel vor zwei Wochen.
8., 1:0, Firmino: Aus dem linken Halbfeld schlägt Rudy eine Freistoßflanke auf den Elfmeterpunkt. Dort ist Firmino im richtigen Moment eingelaufen, steht nicht im Abseits und kommt völlig frei zum Kopfball, weil Edu geschlafen hat. Das Leder geht Keeper Grün durch die Beine und landet im Netz.
39., 1:1, Stieber: Prib zieht von der Strafraumgrenze hart ab. Wiese ist schnell im linken Eck und faustet das Leder zur Seite weg. Der Nachschuss landet bei Stieber, der die Kugel von links aus elf Metern satt neben den kurzen Pfosten in die Maschen drischt.
67., 2:1, Joselu: Ganz stark setzt Volland vor dem Sechzehner nach und erkämpft sich die Kugel. Dann schaut er kurz hoch und spielt den perfekt getimeten Pass auf Joselu. Der kreuzt vor Grün und schließt aus sieben Metern trocken ins rechte untere Eck ab!
84., 2:2, Prib: Prib führt das Leder parallel zur Strafraumgrenze und zieht dann aus 20 Metern trocken ab. Unhaltbar für Wiese schlägt es unten links ein!
89., 3:2, Joselu: Wieder spielt Volland aus zentraler Position den überragenden Pass in die Schnittstelle der Innenverteidigung. Wieder taucht Joselu frei vor Grün auf. Sein erster Versuch bleibt noch am Keeper hängen, doch den Nachschuss grätscht er dann aus fünf Metern ins Tor!
90.+3, 3:3, Sobiech: Sobiech gleicht doch noch aus! Prib schlägt eine Ecke von rechts an den Fünfer, wo Sobiech am höchsten steigt und das Leder ins lange Eck verlängert!
Fazit: Hoffenheim spielerisch stärker, Fürth überzeugte vor allem kämpferisch. Am Ende ein gerechtes Remis, wenngleich Hoffenheim den Sieg gleich zweimal recht leichtfertig aus der Hand gab.
Der Star des Spiels: Sebastian Rudy. War der Chef im Mittelfeld. Gewann unheimlich viele und vor allem die wichtigen Zweikämpfe. Kurbelte das Offensivspiel immer wieder mit klugen Pässen an und schaltete sich auch selbst immer wieder nach vorne ein. Hatte die meisten Ballkontakte aller Spieler auf dem Platz.
Der Flop des Spiels: Edu. Unglückliches Spiel des Fürther Angreifers. Hatte die erste Chance der Partie, vergab die allerdings kläglich. Anschließend mit kaum einer gelungenen Aktion. Leistete sich immer wieder technische Fehler und strahlte letztlich keinerlei Gefahr aus.
Der Schiedsrichter: Daniel Siebert. Hatte die Partie anfangs gut im Griff. Nach einer halben Stunde dann mit ein paar Unsicherheiten und nicht immer souverän in seinem Auftreten. Insgesamt aber ohne groben Schnitzer. Gelb-Rot für Sararer (wiederholtes Foulspiel) wäre allerdings vertretbar gewesen.
Die Trainer:
Markus Babbel: Setzte auf der Doppelsechs auf Youngster Streker statt Routinier Chris. Der Debütant machte ein unauffälliges Spiel und hatte die wenigsten Ballkontakte aller Feldspieler. 20 Minuten vor Schluss brachte Babbel mit Vincenzo Grifo einen weiteren Debütanten.
Mike Büskens: Vertraute im Sturm erneut auf das Duo Asamoah/Edu, das vorne allerdings wenig Torgefahr ausstrahlte und auch kaum Bälle festmachen konnte. Überraschend deshalb, warum Büskens solange auf seinen ersten Wechsel (75., Nöthe für Edu) wartete. Der eingewechselte Sobiech machte dann allerdings noch das 3:3.
Das fiel auf:
- Fürth mit dem besseren Beginn. Hoffenheim anfangs ungeordnet und vor allem passten die Abstände zwischen den einzelnen Mannschaftsteilen nicht.
- Nach der Führung hatte 1899 die Partie dann zunächst im Griff. Im offensiven Mittelfeld rückten Firmino und Usami von den Flügeln immer wieder ein und sorgten für viel Bewegung. Rudy lenkte das Spiel aus dem defensiven Mittelfeld.
- Beide Teams bisweilen mit großen Löchern im Mittelfeld. Vor allem die Gäste schafften es immer wieder, den Ball hinter die beiden 1899-Sechser zu bekommen. Der Ausgleich deshalb durchaus verdient.
- Hoffenheim mit der besseren Spielanlage und der einen oder anderen sehenswerten Kombination, die allerdings nur selten Gefahr erzeugten. Fürth überbrückte das Mittelfeld nach Ballgewinn schnell und suchte den direkten Weg zum Tor.
- Das 2:1 für Hoffenheim fiel in einer Phase, in der bei den Gastgebern recht wenig zusammen ging. Der Gegentreffer gab Fürth einen Knacks, so dass 1899 dem dritten Tor näher schien. Doch statt die dreimalige Führung ins Ziel zu retten, fing sich Hoffenheim gegen nie aufgebende Fürther noch zweimal den Ausgleich.
Hoffenheim - Fürth: Daten zum Spiel
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