Blut und Schweiß beim Derby-Sieg

SPOX
26. Januar 201322:57
Die Gladbacher bejubeln den Treffer zum 2:0 gegen Fortuna DüsseldorfGetty
Werbung
Werbung

Blut auf der Stirn, aber ein Lachen im Gesicht: Nach dem Derby-Sieg gegen Fortuna Düsseldorf träumt Borussia Mönchengladbach wieder vom Europapokal.

In den Haaren trocknete das Blut, auf der Stirn klebte ein großes, blaues Pflaster: Die Spuren des umkämpften Niederrhein-Derbys standen Thorben Marx auch lange nach Schlusspfiff noch deutlich ins Gesicht geschrieben. "Zum Glück bin ich schon verheiratet", meinte der gezeichnete Mittelfeldspieler von Borussia Mönchengladbach nach dem 2:1 (2:0) gegen Fortuna Düsseldorf. Nach einem Zusammenprall mit Dani Schahin musste der 31-Jährige auf dem Rasen getackert und genäht werden, Schahin kam mit einer tiefroten Beule davon.

Wichtiger war für Marx ohnehin der Sieg im S-Bahn-Derby, durch den die Borussia im Rennen um den Europapokal wieder Fahrt aufnahm. "Wir wollen in der Rückrunde noch den einen oder anderen Platz gut machen. Die Mannschaft hat gesehen, wie viel Spaß die Europa League macht. Wenn wir die Chance haben, wollen wir sie ergreifen", sagte der "Sechser", der einen Tag vor dem Spiel seinen Vertrag bis 2015 verlängert hatte. Der einfache Grund: "Mit dieser Mannschaft ist noch Einiges möglich."

Viel möglich schien für die Borussia zunächst auch im Derby. Nach nur 15 Minuten lag die Mannschaft von Trainer Lucien Favre nach einem Eigentor von Juanan (5.) und dem vierten Saisontor von Patrick Herrmann bereits mit 2:0 in Führung. "Am Anfang haben wir sehr gut gespielt. Wir waren sehr aktiv und haben die Lücken gefunden", lobte Favre. Wer nun aber einen Kantersieg erhofft hatte, wurde enttäuscht: Nach Düsseldorfs Anschlusstor durch einen verwandelten Handelfmeter von Schahin (50.) wurde es stattdessen noch einmal spannend.

"Dieses dumme Tor"

"Das war unnötig. Wir hatten genug Chancen zum 3:0, und dann bekommen wir dieses dumme Tor", sagte Luuk de Jong, dessen Handspiel im eigenen Strafraum zum Elfmeterpfiff geführt hatte. Zurecht, wie der Niederländer zugab: "Natürlich war die Hand am Ball. Aber ich war in der Bewegung, und ich kann eben nicht ohne Arm laufen. Es war schwer, den noch wegzuziehen." Zum Glück für den Stürmer, der Herrmann beim 2:0 blendend bedient hatte, reichte es am Ende aber zum Sieg - auch, weil der Fortuna zum Schluss nicht mehr viel einfiel.

Besonders auffällig bei der Borussia: Beide Tore fielen nach Angriffen über die Außenbahnen. Genau dort hatte Gladbachs Spiel in der Hinrunde noch Schwächen. "Wir haben intelligente Spieler, die wissen, wo die Lücke ist", sagte Stürmer Mike Hanke. Gefragt nach denen Saisonzielen bemühte der 29-Jährige anschließend einen Gladbacher Klassiker: "Wir schauen von Spiel zu Spiel", sagte Hanke, grinste und verschwand in die Kabine.

Fortuna bläst Trübsal

Die Fortuna blies derweil kräftig Trübsal. Wie schon gegen Augsburg (2:3) hatte ein unnötiger Fehler die Niederlage eingeleitet, und wieder verschlief der Aufsteiger die ersten 45 Minuten völlig. "Wir hatten unser Pech offenbar noch nicht aufgebraucht. Wir sollten vielleicht eine Yoga-Stunde einführen und die erste Halbzeit noch einmal durchspielen", sagte Sportdirektor Wolf Werner, ehe er den Spielern eine härtere Gangart ankündigte: "Wer noch nicht begriffen hat, dass er um den Stammplatz bangen muss, der spinnt."

Trainer Norbert Meier mahnte derweil trotz der nur noch acht Punkte Vorsprung auf einen direkten Abstiegsplatz zur Ruhe. "Wir hatten auch nach dem sehr guten Start in der Hinrunde ein Phase, wo wir weniger gepunktet haben", sagte der Ex-Borusse, der sich besonders über das Eigentor ärgerte: "Den Ball hätte Giefer sicher gehabt. Dass sich das auf die Psyche wirkt, muss ich nicht erzählen." Trotzdem sei die Mannschaft noch einmal zurückgekommen. Meier: "Das verdient Respekt - und macht mir Mut für die nächsten Aufgaben."

Gladbach - Düsseldorf: Daten zum Spiel