Norbert Meier: "Der Ablauf war unwürdig"

Marco Heibel
29. Mai 201317:08
Der 54-Jährige hat sich erstmals über seinen Rausschmiss bei Fortuna Düsseldorf geäußertgetty
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Einen Tag nach seiner Entlassung bei Fortuna Düsseldorf ging der 54-Jährige mit Teilen des Vorstands und mit seinem Starspieler Andriy Voronin hart ins Gericht.

Nach 1974 Tagen im Amt endete am Montag die Zusammenarbeit zwischen Fortuna Düsseldorf und Trainer Norbert Meier, der den Verein aus der vierten in die erste Liga geführt hatte und nach dem direkten Abstieg gehen musste. In seiner Bilanz kritisierte der 54-Jährige Teile des Vorstands sowie seinen Starspieler Andrey Voronin.

"Der Ablauf war unwürdig, für alle beteiligten Personen und auch für Fortuna", kommentierte Meier gegenüber "Bild" seine Demission, die bereits am vergangenen Freitag als perfekt galt, jedoch erst drei Tage später offiziell bestätigt wurde.

"So ist halt das Geschäft"

Weiterhin beklagte der Ex-Nationalspieler, dass der Vorstand ihm "keine Begründung für den Rauswurf" genannt habe. Meier weiter: "Aber so ist halt das Geschäft. Nach zwölf sieglosen Spielen muss man als Trainer mit so einer Entscheidung leben können."

Zugleich wies der 54-Jährige gegenüber dem "Express" Gerüchte zurück, wonach sein Verhältnis zu Manager Wolf Werner zerrüttet sei und der 71-Jährige seine Entlassung vorangetrieben habe: "Wolf und ich haben uns nicht mit Wattebäuschchen beworfen. Das war schon kritisch, aber immer konstruktiv. Bei Misserfolg wird der Ton im Umgang rauer. Doch das ist normal im Fußball."

Meier kontert Voronin-Vorwürfe

Enttäuscht zeigte sich Meier dagegen vom als Leistungsträger und Führungsspieler verpflichteten Ukrainer Andrey Voronin, der zuletzt behauptet hatte, der langjährige Fortuna-Coach habe sich mit der Mannschaft überworfen. Meier: "Vieles, was jetzt erzählt wird, ist an den Haaren herbeigezogen. Der Mannschaftsrat wird Ihnen da was ganz anderes erzählen."

Stattdessen warf Meier dem ehemaligen Liverpooler, der mehrfach durch Eskapaden auf und außerhalb des Platzes aufgefallen war, eine mangelhafte Berufsauffassung vor: "Voronin hätte der Mannschaft helfen müssen und nicht die Mannschaft ihm."

Mit sich im Reinen

Seinen Zukunftsaussichten als Bundesligatrainer steht der 54-Jährige optimistisch gegenüber. Zwar räumte er ein, "selbst Fehler gemacht zu haben", insgesamt habe er aber "eine fantastische Zeit" gehabt und könne "erhobenen Hauptes und lächelnd durch Düsseldorf gehen".

Nach einem Urlaub stünde er bereits für andere Vereine bereit, bekräftigte Meier: "Ich habe mir in den fünfeinhalb Jahren einen Namen gemacht und bin in der Lage, alle Ligen zu trainieren." Formal ist der 54-Jährige von der Fortuna lediglich als Cheftrainer entlassen worden, sein Vertrag in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt endet erst am 30. Juni 2014.

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