Düsseldorf schnappt Schalke zwei Punkte weg

Christin SimonJochen Tittmar
29. September 201210:53
Schalke verspielte in Düsseldorf noch den sicher geglaubten SiegGetty
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Fortuna Düsseldorf und der FC Schalke 04 trennten sich zum Auftakt des 6. Spieltags der Bundesliga mit 2:2 (0:2). Die Rheinländer bleiben damit weiterhin ungeschlagen, wenn auch sie die ersten Gegentreffer der Saison hinnehmen mussten.

Vor 54.600 Zuschauern in der ausverkauften Esprit-Arena erzielten Klaas-Jan Huntelaar (13.) und Joel Matip (20.) die schnelle Führung für die Knappen. Nach der Pause egalisierte Dani Schahin (48. und 77.) den Rückstand.

Die Fortuna bleibt damit weiterhin ohne Niederlage, die letzte Heimpleite datiert zudem vom 16. Dezember 2011.

Reaktionen:

Norbert Meier (Trainer Düsseldorf): "Die Stimmung in der zweiten Halbzeit ist übergekocht. Für die Mannschaft ist das ein wunderschönes Gefühl. Nach den frühen Toren haben wir ein bisschen den Mut verloren. Wir haben sehr offensiv versucht, das Spiel zu drehen und dabei zwei, drei gefährliche Situationen überstanden. Wir haben mit Herz und Leidenschaft die Zweikämpfe gewonnen."

Dani Schahin (Stürmer Düsseldorf): "Ich bin natürlich überglücklich, aber noch glücklicher macht mich, dass meine Tore zu einem hart erkämpften Punkt geführt haben. Wir haben uns in der Halbzeit noch mal zusammengerauft, der Trainer hat zu uns gesagt: 'Geht raus, gebt euer Bestes und seht, was dabei raus kommt.'"

Huub Stevens (Trainer Schalke): "Es ist unglaublich, was wir gespielt haben in der zweiten Halbzeit. Ich war mit der gesamten Mannschaft nicht zufrieden."

Horst Heldt (Manager Schalke): "Ich bin mit dem gesamten Auftreten aller Beteiligten in der zweiten Halbzeit nicht einverstanden. Das Unentschieden ist maßlos enttäuschend. Das darf uns nicht passieren. Wir haben nach der 2:0-Führung nicht konsequent auf das dritte Tor gespielt, haben den Gegner dadurch aufgebaut. Das ist nicht nachzuvollziehen. Alle haben schlecht agiert, da kann man keinen ausnehmen, sowohl vorne als auch hinten. Es war sicherlich auch nicht mehr die intensive Laufbereitschaft bei dem ein oder anderen vorhanden, wie man sie in der ersten Halbzeit gesehen hat. Und dann kippt so ein Spiel und dann kannst du sogar noch glücklich sein, dass du noch ein unentschieden spielst, weil sie hätten auch noch gewinnen können."

SPOX-Spielfilm:

Vor dem Spiel: Fortuna ändert die Startelf auf einer Position, Woronin spielt wieder für Ilsö hinter Stürmer Schahin.

Schalke tauscht dreimal: Matip, Jones und Barnetta ersetzen Uchida, Höger und den angeschlagenen Farfan.

4.: Woronin spielt aus der Mitte rechts raus und hoch auf Levels. Der bringt die Kugel direkt in die Mitte. Schahins Flugkopfball geht knapp links am Tor vorbei.

13., 0:1, Huntelaar: Nach einem Einwurf setzt sich Huntelaar bei der Ballverarbeitung gegen Bodzek, Fink und Langeneke durch. Sein Schuss von halbrechts mit links landet rechts im Kasten - der erste Gegentreffer für F95 in dieser Saison.

20., 0:2, Matip: Fuchs serviert einen Freistoß von halblinks an den Elfmeterpunkt. Dort schüttelt Matip Fink ab und hat keine Mühe, den Ball einzuköpfen. Das erste Saisontor des Innenverteidigers.

48., 1:2, Schahin: Woronin bringt eine Ecke von der linken Seite per Aufsetzer in den Strafraum. Schahin ist vor Matip am Ball und spitzelt die Kugel gegen Unnerstalls Laufrichtung links in den Kasten.

54.: Holtby hat an der Strafraumgrenze freie Schussbahn, versucht noch mal querzulegen, bekommt das Leder jedoch postwendend wieder zurück. Sein Schuss aus 18 Metern wird von Giefer pariert.

60.: Konter von S04. Nach Huntelaars Seitenwechsel steht Afellay halbrechts ganz allein vor dem Tor. Aus etwas spitzem Winkel scheitert der Niederländer allerdings am glänzend reagierenden Giefer.

66.: Holtby mit einer butterweichen Flanke auf Huntelaar, der blank vor Giefer auftaucht. Doch der Keeper kommt blitzschnell aus dem Kasten und pariert erneut stark.

77., 2:2, Schahin: Levels hat auf dem rechten Flügel viel Platz. Seine Flanke landet im Strafraum bei Schahin, der sich von Papadopoulos davongeschlichen hat und aus elf Metern unhaltbar ins linke Eck einköpft.

Fazit: Schalke hätte das Spiel frühzeitig für sich entscheiden müssen und ließ zwei Punkte liegen. Düsseldorf gab jedoch nie auf und schlug vorne zweimal eiskalt zu.

Der Star des Spiels: Dani Schahin. Mit seinem zweiten Doppelpack in der Bundesliga rettete er der Fortuna das Remis. Gab trotz der teils undankbaren Partie keinen Ball verloren und steht sinnbildlich für den großen Kampfgeist der Düsseldorfer. Dank seiner vier Saisontore sammelte die Fortuna bereits vier Punkte. Auch stark: Keeper Giefer.

Sportal: Die Noten zum Freitagsspiel

Der Flop des Spiels: Andrej Woronin ist noch nicht die gewünschte Verstärkung für die Fortuna. Er schaffte es nicht, die wenigen Offensivbemühungen zu lenken und verlor selbst zu viele Bälle. Das Spiel lief weitestgehend an ihm vorbei, eine Zweikampfquote von 25 Prozent ist auch kein Bewerbungsschreiben. Konkurrent Ilsö sitzt ihm weiter im Nacken.

Sportal: Die Einzelkritik zum Spiel

Der Schiedsrichter: Peter Gagelmann hatte in einer fairen Partie keinerlei Probleme und lag bei seinen Entscheidungen richtig. Souveräner und unaufgeregter Auftritt des Unparteiischen.

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Die Trainer:

Norbert Meier ließ Woronin wieder von der Leine, nachdem dieser in Fürth noch überraschend 90 Minuten auf der Bank saß. Der Ukrainer war im ohnehin sehr fehlerbehafteten Offensivspiel aber ohne Wirkung. Mit der Hereinnahme von Stürmer Reisinger für den defensiven Bodzek und später Ilsö für Woronin schaffte es seine Elf, häufiger in den Rücken der Schalker Defensive zu kommen und die Schalker öfter vom eigenen Tor fern zu halten.

Huub Stevens änderte im sechsten Spiel zum sechsten Mal seine Startelf und machte damit im ersten Abschnitt alles richtig. Ging nach dem Ausgleich kein Risiko ein und tauschte Stürmer für Stürmer aus. Dennoch ungewöhnlich, dass er Torschützenkönig Huntelaar unverletzt vom Feld holt. Richtige Entscheidung, den vor einem Platzverweis stehenden Jones rechtzeitig auszuwechseln.

Das fiel auf:

  • Düsseldorf mit der erwarteten Marschroute: Bei Ballbesitz Schalke reihten die Fortunen zwei Viererketten aneinander und attackierten den Ballführenden sehr bissig. Dies ging allerdings deutlich zu Lasten der Offensive, die Umschaltbewegung nach Ballgewinn war meist viel zu unpräzise, um Bälle in der Schalker Hälfte dauerhaft fest zu machen.
  • Schalke setzte eine hohe spielerische Variabilität im Mittelfeld dagegen. Holtby und Afellay waren ständig in Bewegung, rochierten über das gesamte Angriffsdrittel und entzogen sich so dem direkten Zugriff der Gegenspieler. Afellay stieß dank seiner Schnelligkeit auch in einigen Fällen bis ganz auf die vorderste Linie vor und spielte im Sturmzentrum um Huntelaar herum. SPOX
  • Nach den beiden Schalker Toren verlor die Fortuna bis zum Halbzeitpfiff ihre Konsequenz im Spiel gegen den Ball und überließ den Gästen das Zentrum fast vollständig. Schalke diktierte in der Folge das Tempo ohne Mühe, Düsseldorf lief nur noch hinterher und fand keinen Zugriff. Aber: S04 nutzte die sich bietenden Räume zu unsauber und hätte mit einem weiteren Treffer das Spiel in dieser Phase bereits entscheiden können.
  • Durch den im zweiten Abschnitt defensiver platzierten Lambertz stand Düsseldorfs Mittelfeldzentrale wieder kompakter und schaffte es nicht nur, die Kreise von Holtby mehr und mehr einzuengen. Auch nach vorne leistete sich die Mannschaft weniger Fehler und setzte Schalke vor allem über die Außen zu. S04 reagierte auf Holtbys Isolierung ebenfalls mit forciertem Flügelspiel, hatte aber Probleme, den letzten Pass zu spielen.
  • Schalke muss sich nicht nur mangelnde Chancenverwertung vorwerfen lassen. Die Knappen agierten in der zweiten Halbzeit auch gegen den Ball inkonsequent und ließen damit einen fast toten Gegner noch am Leben.

Düsseldorf - Schalke: Daten zum Spiel