Ein Ronaldo-Hattrick innerhalb von 15 Minuten sichert Portugals Sieg. Hitzfelds Schweizer brechen gegen Island nach 4:1-Führung ein. Die Ukraine feiert ein Schützenfest, Frankreich enttäuscht zu Hause. Spanien und England siegen klar. Van Persie verhindert in letzer Sekunde eine Blamage für Oranje.
Gruppe A
Serbien - Kroatien 1:1 (0:0)
Tore: 0:1 Mandzukic (53.), 1:1 Mitrović (66.)
Rot: Simunic (80.)
Gelb-Rot: Nemanja Matić (75.)
Die erste Chance des Spiels hatten die Serben nach einer Ecke, als ein Kopfball von Tosic an den Pfosten krachte. Jose Mourinho, der im Stadion war, sah kurze Zeit später die nächste dicke Chance der Serben durch Branislav Ivanovic. Von Kroatien kam in den ersten 45 Minuten nach vorne praktisch nichts.
Nach der Pause dann aber der Paukenschlag. Mario Mandzukic nutzte die erste wirkliche Torchance für die Gäste zum 1:0. Das Tor war der Auftakt zu einer turbulenten zweiten Hälfte. Zunächst erzielte Aleksandar Mitrović den Ausgleich. In der hitzigen Partie musste dann zunächst Nemanja Matić wegen zwei Fouls innerhalb von sieben Minuten vom Platz.
Kurze Zeit später war die Gleichzahl wieder hergestellt: Josep Simunic musste nach einer heftigen Grätsche mit glatt Rot vom Platz. In den letzten Minuten belagerte Serbien angepeitscht von frenetischen Fans das kroatische Tor, doch der Siegtreffer gelang nicht mehr.
Mazedonien - Wales 2:1 (1:1)
Tore: 1:0 Trickovski (21.), 1:1 Ramsey (40.), 2:1 Trajkovski (80.)
Schottland - Belgien 0:2 (0:1)
Tore: 0:1 Defour (38.), 0:2 Mirallas (89.)
Gruppe B
Italien - Bulgarien 1:0 (1:0)
Tore: Gilardino (38.)
Italien fand zunächst besser ins Spiel, konnte sich jedoch lange Zeit keine zwingenden Torchancen erarbeiten. In der 38. Minute sollten die Hausherren allerdings in Führung gehen, als Gilardino eine Candreva-Flanke aus fünf Metern über die Linie drückte.
Nach der Pause erhöhten die Gäste den Druck und hatten unter anderem durch Popov exzellente Ausgleichsmöglichkeiten: Ein hervorragend aufgelegter Gigi Buffon verhinderte jedoch mit mehreren tollen Paraden einen bulgarischen Treffer. Die Squadra Azzurra kann nun am Dienstag mit einem Sieg gegen Tschechien das Ticket für Brasilien lösen.
Tschechien - Armenien 1:2 (0:1)
Tore: 0:1 Krktchyan (40.), 1:1 Rosicky (70.), 1:2 Ghararyan (90.+2)
Malta - Dänemark 1:2 (1:1)
Tore: 0:1 Andreasen (2.), 1:1 Failla (38.), 1:2 Camilleri (ET) (53.)
Gruppe C
Irland - Schweden 1:2 (1:1)
Tore: 1:0 Keane (22.), 1:1 Elmander (33.), 1:2 Svensson (57.)
Nach einer eher ereignislosen Anfangsphase gingen die Gastgeber in Dublin durch ihren Toptorjäger in Führung. Robbie Keane reagierte bei einer schlechten gegnerischen Kopfballabwehr am schnellsten, traf aus kurzer Distanz den Pfosten und konnte den Abpraller im Tor unterbringen (22.).
Die Schweden antworteten aber: Johan Elmander besorgte mit einem wuchtigen Kopfball den Ausgleich (33.). Bis zur Pause passierte nichts mehr und auch nach Wiederanpfiff sahen die Zuschauer zunächst Leerlauf. In der 57. Minute drehten die Gäste dann das Spiel: Anders Svensson traf mit einem satten Schuss nach Zuspiel von Zlatan Ibrahimovic zum 2:1.
Angetrieben vom Publikum versuchte die Auswahl von Trainer Giovanni Trappatoni zurückzukommen, aber die Schweden stellten die Räume bis zum Schlusspfiff klug zu und konnten so den Dreier mit in die Heimat nehmen. Mit nun 14 Punkten reiht sich Schweden auf Platz zwei ein. Irland hat mit elf Zählern aber weiter alle Chancen.
Kasachstan - Färöer 2:1 (0:1)
Tore: 0:1 Benjaminsen (23.), 1:1 Nurdauletov (48.), 2:1 Finonchenko (63.)
Die Gastgeber gingen nach einer knappen halben Stunde überraschend in Führung. Frodi Benjaminsen war es, der das überlegene Kasachstan schockte. Die Gastgeber brauchten bis zur Pause, um sich von diesem Schock zu erholen.
Mit Wiederanpfiff verwandelte Kairat Nurdauletov einen Strafstoß zum längst überfälligen Ausgleich und ließ dem bislang überragenden Torwart Nielsen keine Chance. Der zur Pause eingewechselte Andrey Finonchenko besorgte mit einem Linksschuss kurze Zeit später die Führung.
In der Folge entwickelte sich ein hitziges Spiel, in dem die Färöer durchaus die eine oder andere Chance gegen häufig unsortiert wirkende Kasachen hatten. Am Ende rettete der Gastgeber den knappen Vorsprung jedoch über die Zeit. Die Färöer bleiben damit Gruppenletzter der Gruppe C.
Gruppe D
Estland - Niederlande 2:2 (1:1)
Tore: 0:1 Robben (2.), 1:1 Vassiljev (18.), 2:1 Vassiljev (57.), 2:2 van Persie (90.+2)
Die Elf von Louis van Gaal stellte bereits nach zwei Minuten die Weichen auf Sieg. Arjen Robben schnappte sich auf dem rechten Flügel den Ball, zog in seiner typischen Manier in den Strafraum und schoss unhaltbar in den linken Winkel ein. Minuten später scheiterte der nachnominierte Wesley Sneijder an einer starken Fußabwehr von Keeper Sergei Pareiko (7.). Oranje spielte die Esten in der Anfangsphase förmlich schwindelig.
Aus dem Nichts der Ausgleich für Estland: Die Gastgeber kamen zum ersten Mal in die Offensive, Konstantin Vassiljev fasste sich aus 23 Metern ein Herz und schoss unhaltbar unten rechts zum 1:1 ein (18.). Danach geriet das Spiel der Elftal bis zum Pausenpfiff etwas ins Stocken. In Hälfte zwei drückte zunächst wieder Oranje - das Tor aber machten völlig überraschend die Esten.
Einen tollen Lupferpass verwertete Vassiljev im Laufduell mit Bruno Martins Indi gefühlvoll über Michel Vorm hinweg zum 2:1 (57.). Der Vizeweltmeister rannte nun mit wütenden Angriffen an - erst in der zweiten Minute der Nachspielzeit folgte die Belohnung: Robin van Persie wurde im Strafraum zu Fall gebracht, trat selbst zum Elfmeter an und verwandelte zum späten Endstand.
Türkei - Andorra 5:0 (2:0)
Tore: 1:0 Bulut (35.), 2:0 Bulut (39.), 3:0 Yilmaz (61.), 4:0 Bulut (68.), 5:0 Turan (90.)
Rumänien - Ungarn 3:0 (2:0)
Tore: 1:0 Marica (1.), 2:0 Pintilli (31.), 3:0 Tanase (88.)
Gruppe E
Norwegen - Zypern 2:0 (1:0)
Tore: 1:0 El Younoussi (43.), 2:0 King (66.)
Slowenien - Albanien 1:0 (1:0)
Tore: 1:0 Kampl (19.)
Schweiz - Island 4:4 (3:1)
Tore: 0:1 Gudmundsson (3.), 1:1 Lichtsteiner (15.), 2:1 Schaer (27.), 3:1 Lichtsteiner (30.), 4:1 Dzemaili (54.), 4:2 Sigthorsson (56.), 4:3 Gudmundsson (68.), 4:4 Gudmundsson (90.)
Gruppe F
Nordirland - Portugal 2:4 (1:1)
Tore: 0:1 Alves (21.), 1:1 McAuley (36.), 2:1 Ward (52.), 2:2 Ronaldo (68.), 2:3 Ronaldo (77.), Ronaldo (83.)
Rot: Postiga (43., Portugal), Lafferty (80., Nordirland)
Gelb-Rot: Brunt (61., Nordirland)
Nach dem klaren Sieg der Russen gegen Luxemburg (4:1) lag es an den Portugiesen, die Tabellenspitze in ihrer Gruppe wieder zu erobern. Doch trotz des Führungstors durch Bruno Alves nach Vorarbeit des Wolfsburgers Vieirinha (21.), lief in der Folgezeit alles gegen die Portugiesen.
Zuerst erzielte Innenverteidiger Gareth McAuley in der 36. Minute den Ausgleich für die Nordiren, in einer hektischen Schlussphase der ersten Hälfte flog Helder Postiga mit Rot vom Platz. Als Jamie Ward kurz nach Wiederanpfiff sogar die Führung für den Außenseiter markierte (52.), sah es düster aus für die Iberer.
Doch nach einer Stunde flog auf der anderen Seite Chris Brunt mit der Ampelkarte vom Platz - und die große Stunde von Reals Superstar Cristiano Ronaldo schlug. Innerhalb von 15 Minuten schnürte der furios aufspielende Portugiese einen Dreierpack (68., 77., 83.) und rettete seinem Team die Pole-Position in Gruppe F. Zwischenzeitlich brachte es Kyle Lafferty fertig, 13 Minuten nach seiner Einwechslung glatt Rot zu kassieren (80.).
Portugal hat bei jetzt 17 Punkten allerdings ein Spiel mehr absolviert als der Zweitplatzierte Russland (15) und zwei mehr als Israel (11) auf Platz drei.
Russland - Luxemburg 4:1 (2:0)
Tore: 1:0 Kokorin (1.), 2:0 Kokorin (38.), 3:0 Kerzhakov (60.), 3:1 Joachim (90.+1), 4:1 Samedov (90.+2)
Gruppe G
Lettland - Litauen 2:1 (2:1)
Lettland - Litauen 2:1 (2:1)
Tore: 1:0 Bulvitis (19.), 2:0 Zjuzins (42.), 2:1 Matulevicius (44.)
Bosnien-Herzigowina - Slowakei 0:1 (0:0)
Tore: 0:1 Pecovsky (77.)
Lichtenstein - Griechenland 0:1 (0:0)
Tore: 0:1 Mitroglou (72.)
Gruppe H
England - Moldawien 4:0 (3:0)
Tore: 1:0 Gerrard (12.), 2:0 Lambert (27.), 3:0 Welbeck (45.+1), 4:0 Welbeck (51.)
England ging durch einen Treffer von Steven Gerrard, der eine Vorlage von Frank Lampard veredelte, früh in Führung. Die Three Lions blieben auch weiter am Drücker und erhöhte nach einer knappen halben Stunde auf 2:0.
Moldawien konnte sich trotz der Abwesenheit von Englands Superstar Wayne Rooney zu keinem Zeitpunkt vom Druck der Engländer befreien. Noch vor der Pause machte Danny Welbeck mit seinem ersten Tor den Sieg klar. Nach der Pause legte der Youngster mit seinem zweiten Treffer nach und sorgte so für den verdienten Endstand, der England an die Spitze der Gruppe H bringt.
Beste Spieler bei den starken Engländern waren der agile Rickie Lambert, der zwei Tore vorlegte und Doppeltorschütze Welbeck.
Polen - Montenegro 1:1 (1:1)
Tore: 0:1 Damjanovic (11.), 1:1 Lewandowski (19.)
Die Geschichte des Spiels ist schnell erzählt. Dejan Damjanović brachte das Überraschungsteam der Qualifikation früh in Führung. Die Polen antworteten jedoch nur acht Minuten durch ihren Star-Stürmer. Robert Lewandowski erzielte in typischer Mittelstürmer-Manier das 1:1.
In der Folge lebte das Spiel vorallem von der Spannung. Beide Teams lauerten auf Fehler des Gegners ohne selbst zu viel Risiko einzugehen. Die Folge waren wenige Höhepunkte. Montenegro verlor durch den Punktverlust die Tabellenführung an England, das sich gegen Moldawien keine Blöße gab.
Ukraine - San Marino 9:0 (4:0)
Tore: 1:0 Devic (11.), 2:0 Seleznov (26.), 3:0 Edemar (32.), 4:0 Khacheridi (45.), 5:0 Komoplyanka (50.), 6:0 Khacheridi (56.), 7:0 Bezus (63.), 8:0 Fedetskiy (74.), 9:0 Rakitskiy (90.+2)
Gruppe I
Georgien - Frankreich 0:0
Gegen tapfer verteidigende Georgier reichte es für spielerisch enttäuschende Franzosen nur zu einem tristen 0:0. Frankreich muss nun auf einen Patzer der Spanier für die direkte Qualifikation hoffen.
Im ersten Durchgang sahen die Zuschauer ein wenig ansehnliches Spiel. Frankreich hatte zwar mehr Ballbesitz und war auch die aktivere Mannschaft. Nur zwei Torabschlüsse konnte die Equipe Tricolore jedoch in den ersten 45 Minuten verzeichnen. Gegen aggressiv und konzentriert verteidigende Georgier kam Hoffnungsträger Franck Ribery kaum zur Entfaltung und auch die beiden Sturmspitzen Karim Benzema und Olivier Giroud waren komplett abgemeldet.
Nach der Pause vergab Georgiens Tornike Okriashvili die bis dato größte Gelegenheit des Spiels, als er aus kürzester Distanz zunächst an Hugo Lloris und dann am Pfosten scheiterte. Frankreich brachte auch in der Folge wenig Konstruktives zu Stande, Fehlpässe en Masse prägten das Spiel.
Die einzige nennenswerte Chance gegen tapfer verteidigende Georgier hatte kurz vor Schluss Ribery nach einem Doppelpass mit Sami Nasri. Giorgi Loria hatte aber mit dem zentralen Schuss keine Schwierigkeiten. Frankreich muss nun auf einen Patzer der Spanier hoffen, um noch Chancen auf die direkte Qualifikation zu haben.
Finnland - Spanien 0:2 (0:1)
Tore: 0:1 Alba (18.), 0:2 Negredo (86.)
Mit den auf die Tabellenspitze schielenden Franzosen im Nacken begannen die Spanier die vermeintliche Pflichtaufgabe in Finnland erwartet dominant. Schnell spielte sich die Furia Roja in der Hälfte der Finnen fest, die selbst ihr Spiel auf Konter auslegten - und dadurch fast in Führung gegangen wären. Nach zwölf Minuten rettete Iker Casillas in letzter Sekunde am Fünfer gegen den Ex-Schalker Teemu Pukki.
Die Antwort des amtierenden Weltmeisters in Helsinki humorlos: Cesc Fabregas schickte Jordi Alba steil, der im Eins-gegen-Eins cool blieb und zur Führung gegen Niki Mäenpää einschob. Bis zur Halbzeit hatten die Spanier mit erdrückend viel Ballbesitz, gefährlich wurde es aber zu selten.
Im zweiten Abschnitt gaben beide Teams ein unverändertes Bild ab: Spanien überlegen aber nicht zwingend genug, die Finnen in der Defensive, bei Kontern aber mit gefälligen Vorstößen. So tauchte zuerst Kaiserslauterns Alexander Ring nach einer Stunde vor Casillas auf, verzog aber deutlich. Kurz darauf vergab Pukki aus kurzer Distanz.
Die Strafe für die Hausherren folgte auf dem Fuß. Vier Minuten vor dem Ende spekulierten die Finnen vergeblich auf Abseits, Jesus Navas bediente den erst in der 71. Minute eingewechselten Alvaro Negredo, der zum Endstand einschob.
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