Mike Hanke trat nach dem kuriosen Sieg bei Greuther Fürth (4:2) mit einem süffisanten Lächeln vor die Presse und lobte seinen Trainer: "Er hat sich für mich entschieden und alles richtig gemacht."
Der Stürmer hatte erneut das Vertrauen von Lucien Favre erhalten und eine gute Vorstellung geboten. Es war nur eine von Favres Entscheidungen, die Borussia Mönchengladbach zuletzt zurück in die Erfolgsspur brachten.
Dem 4:2 (1:2) bei den Franken hatte vor allem Patrick Herrmann seinen Stempel aufgedrückt. Die neue Position als hängende Spitze scheint ihm immer mehr zu liegen. "Ich komme mit der Rolle von Spiel zu Spiel besser zurecht und freue mich natürlich, dass es heute so gut geklappt hat", sagte der 21-Jährige, nachdem er den Treffer von Oscar Wendt vorbereitet (22.) und selbst ein Kopfballtor (57.) erzielt hatte.
Favre testete ihn in den vergangenen Partien auf dem Posten des nach Dortmund abgewanderten Marco Reus und scheint damit die richtige Wahl getroffen zu haben.
Herrmann kritisiert Wendt
Der U21-Nationalspieler riss sein Team nach dem frühen Rückstand durch Foulelfmeter von Bernd Nehrig (10.) mit, provozierte die Rote Karte nach Notbremse von Thomas Kleine (12.) und brachte die Fürther Hintermannschaft ein ums andere Mal in Verlegenheit. Herrmann hat derzeit so viel Selbstvertrauen, dass er sich selbst vor Kollegenschelte nicht scheut.
"Das 0:1 war zu naiv von uns. Da muss Oscar besser aufpassen", sagte er in Richtung von Wendt, der den Strafstoß im Zweikampf mit Gerald Asamoah verursacht hatte.
Für Sportdirektor Max Eberl gab es dagegen wenig Anlass zur Kritik. Nach dem 600. Bundesligasieg der Vereinsgeschichte und der dritten Ligapartie ohne Niederlage in Serie (zwei Siege, ein Remis) sprach der 39-Jährige von einem Erfolg des Willens: "Die Mannschaft hat wieder einmal Moral bewiesen. Die Bundesliga zeigt oft, dass eine Überzahl nicht automatisch einen Sieg bedeutet. Eine Mannschaft wie Fürth muss man nach einem 0:1-Rückstand erst einmal so bespielen."
Mönchengladbach lag zweimal durch Nehrig und Edgar Prib (44.) zurück, drehte das Spiel aber dank der Tore von Wendt, Martin Stranzl (51.), Herrmann und Thorben Marx, der in der Nachspielzeit nach Gelb-Rot für Milorad Pekovic den fälligen Handelfmeter verwandelte.
Mönchengladbach dreht erneut das Spiel
Bereits beim letzten Auswärtsspiel in Hannover hatten die Borussen einen 0:2-Rückstand gedreht und noch mit 3:2 gewonnen. Und auch in der Europa League waren sie gegen Olympique Marseille erst in der Nachspielzeit zum Ausgleich gekommen.
"Ich glaube, dass wir uns jetzt als Mannschaft so langsam finden. Wir werden immer stabiler", erklärte Hanke, der zuletzt den Vorzug vor Igor de Camargo und Peniel Mlapa erhielt, gegen Marseille traf und in Fürth ein Tor vorbereitete.
Bei den Franken ist der leichte Aufschwung dagegen schon wieder gebremst. Nach drei Unentschieden in Folge sprachen die Spieler von einer "sehr bitteren Niederlage". Rot-Sünder Kleine suchte die Schuld bei Schiedsrichter Peter Gagelmann: "Für mich war das keine Rote Karte. Ohne diese Entscheidung hätten wir das Spiel heute gewonnen."
Doch so warten die Fürther weiter auf den ersten Bundesliga-Heimsieg ihrer Vereinsgeschichte. Ginge es nach Mike Hanke, könnten sie ihn schon in zwei Wochen gegen Nürnberg feiern: "Jetzt können sie ruhig zu Hause gewinnen, das ist mir wurscht."
Fürth - Gladbach: Daten zum Spiel
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