Nach dem Viertelfinal-Aus stand Bundestrainerin Silvia Neid bei einer Pressekonferenz in wolfsburg Rede und Antwort. Die wichtigsten Themen: die Gründe für die Japan-Pleite, das Verhältnis zu Birgit Prinz und warum das frühe Aus auch eine Chance ist.
"Wir haben gegen Japan nie den Spielfluss gefunden", sagte Neid als erste Begründung für die Niederlage. "Wenn es uns gelungen wäre, in der ersten Halbzeit unsere Chancen zu nutzen, dann wären wir ins Rollen gekommen. So war es aber eher ein Stolpern über den Ball." Eine genaue Analyse werde es aber erst mit einigem Abstand geben.
Fest stünde allerdings, dass der enorme Erwartungsdruck der Fans die Spielerinnen gelähmt habe. "Wir sind nie in die Form gekommen, die wir vor der WM hatten. Und das lag auch daran, dass die Spielerinnen den Druck gespürt haben", so Neid.
Die Pressekonferenz zum Nachlesen im Ticker
11.50 Uhr: Mit dem frühen Aus bei der WM verpasst Deutschland voraussichtlich auch Olympia. Doch das kann auch eine Chance sein, erklärt Trainerin Neid: "So haben wir die Gelegenheit, junge Spielerinnen einzubauen und uns langfristig auf die kommende Europameisterschaft vorzubereiten." Auch für den Frauenfußball in Deutschland sei das frühe Ausscheiden und das mögliche Fehlen bei Olympia kein Rückschlag. Man hätte sich gut präsentiert, die WM werde dem Sport trotz allem einen Push geben.
11.45 Uhr: Fällt das deutsche Team jetzt in ein Loch? Gibt es Motivationsprobleme? "Die verspüre ich nicht", sagt Neid. "Und die Mannschaft auch nicht. Wenn erstmal drei/vier Wochen vergangen sind, wollen wir es wieder allen zeigen." Auch mit Birgit Prinz würde es keine Probleme geben, so Neid: "Ich habe mit ihr gesprochen und es ist alles in Ordnung." Es wird derzeit noch überlegt, ob es für Prinz ein Abschiedsspiel geben soll.
11.40 Uhr: Die wohl größte Frage nach dem WM-Aus: Was passiert mit dem Team?Neid erklärt, dass es zusätzlich zu den bereits bekannten Abgängen (Birgit Prinz und Ariane Hingst) keine weiteren Nationalmannschafts-Aussteigerinnen geben werde. Ein größerer Umbruch stünde also nicht an, so Neid. "Wir müssen absolut keinen Umbruck vollziehen", erklärt sie. Es würden nur punktuell neue Spielerinnen integriert. Schuld am Ausscheiden sei schließlich auch nicht die mangelnde Qualität ihres Teams gewesen. Stattdessen sieht Neid im enorm hohen Erwartungsdruck eine mögliche Ursache. "Wir haben gegen Japan nie den Spielfluss gefunden. Wenn es uns gelungen wäre, in der ersten Halbzeit unsere Chancen zu nutzen, dann wären wir ins Rollen gekommen. So war es aber eher ein Stolpern über den Ball. Wir sind nie in die Form gekommen, die wir vor der WM hatten. Und das lag auch daran, dass die Spielerinnen den Druck gespürt haben."
11.35 Uhr: Das Sommermärchen ist vorbei, die geplante Party wurde zum Trauerspiel. "Jeder war sehr traurig und in sich gekehrt", beschreibt Neid die Situation im Team-Hotel direkt nach dem Ausscheiden. "Sie können sich also vorstellen, dass die Stimmung nicht so gut war." Einige Spielerinnen hätten sich nach dem gemeinsamen Essen noch getroffen, um über die Niederlage zu reden, andere wären sofort im Bett verschwunden.
11.33 Uhr: Jetzt meldet sich Neid zu Wort. Sie erklärt, dass man das Geschehen bei der WM erstmal einige Tage sacken lassen müsse, bis man die möglichen Fehler analysieren könne. Das werde man aber zu gegebenem Zeitpunkt tun. Dennoch bedankt sich die Bundestrainerin bei allen Beteiligten für die tolle WM, denn das sei das Turnier trotz des Ausscheidens gewesen.
11.30 Uhr: Es geht los. Das Podium füllt sich. Neben Bundestrainerin Silvia Neid sind auch Hannelore Ratzeburg, Präsidiumsmitglied des DFB, und Doris Fitschen vor Ort. Und gleich zu Beginn die schlechte Nachricht. Kim Kulig hat tatsächlich einen Kreuzbandriss erlitten.
Deutschland gegen Japan: Daten zum Spiel
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