Gut stehen. Für Fortuna Düsseldorf sind das mehr als zwei Worte. Es ist momentan die Grundlage überhaupt, um als Aufsteiger in der Bundesliga zu bestehen.
Doch da Trainer Norbert Meier für seine offenen Worte bekannt ist, nahm er nach dem 0:0 gegen den SC Freiburg kein Blatt vor den Mund. "Wir müssen uns erst im Bundesliga-Geschäft zurecht finden. Manche von uns müssen die Bundesliga erst verinnerlichen", sagte Meier. Auch Manager Wolf Werner legte den Finger in die Wunde. "Unser Verhalten ist noch angelegt, wie es in der 2. Liga ist. Wir machen Fehler, die wir eigentlich abgehakt hatten", sagte er.
Denn Fortunas Null ist Problem und Pluspunkt zugleich. Seit 360 Minuten ist der Aufsteiger ohne Gegentor, als einzige Mannschaft im gesamten deutschen Profifußball. Gleichzeitig ist man aber auch seit 281 Minuten ohne eigenen Treffer. "Wir wollen uns ja nicht nur einigeln. Wir werden das aber noch öfter erleben", sagte Meier. Man werde sich jeden Punkt erkämpfen müssen. Wie auch am vierten Spieltag gegen Freiburg, als Fortuna über weite Strecken im Spiel nach vorne blass blieb. Die Bundesliga scheint nicht nur auf dem Papier eine andere Hausnummer zu sein, denn den Düsseldorfern fehlt augenscheinlich noch die Qualität, in der Offensive Akzente zu setzen. Kurz gesagt: Düsseldorf kann derzeit nur defensiv.
Respekt verschafft
Damit hat man sich zwar bereits Respekt verschafft. Das helfe aber nicht wirklich weiter, sagte Werner: "Wir müssen Tore schießen." Das wäre dann vor allem die Grundlage für Siege. Siege, die gerade gegen Teams wie Freiburg wichtig wären, denn das Duell in Düsseldorf war eines auf Augenhöhe. Wie das baldmöglichst klappen soll, am besten schon am Dienstag im Aufsteiger-Duell in Fürth, weiß auch der Trainer. "Wir müssen uns weiter daran gewöhnen, dass wir nicht mehr so lange den Ball in den eigenen Reihen behalten. Das muss schneller gehen."
Wie sehr die Mannschaft die Vorgaben des Trainers zumindest in der Abwehr bereits verinnerlicht hat, wird nicht nur durch die kompromisslose Arbeit auf dem Platz deutlich, sondern auch abseits des Rasens. Eine kleine Auswahl: "Nur über eine gute Grundordnung geht es, das ist die Voraussetzung" (Trainer Meier), "Die Defensive muss erst einmal stehen" (Defensivspieler Oliver Fink), "Wir sind zufrieden, dass wir hinten die Null gehalten haben" (Torwart Fabian Giefer), "Wichtig war, dass wir gut gestanden haben" (Angreifer Nando Rafael).
Der Stürmer hatte in der Nachspielzeit die Chance auf den Lucky Punch, traf praktisch aus dem Nichts aber nur die Latte. Rafael sinnierte mit hängendem Kopf über die Szene, die jegliche Diskussionen über die Flaute im Angriff erst einmal hätte verstummen lassen. Deshalb suchte er vor allem nach den positiven Dingen, neben der dominanten Defensive. "Jeder Punkt zählt und jedes Spiel ist ein Highlight für uns."
Schweres Spiel für Schahin
Sturmkollege Dani Schahin wurde da schon deutlicher, sparte auch nicht mit Kritik an dem bisweilen langsamen Umschalten von Abwehr auf Angriff. "Jedes Spiel bei uns ist ein schweres für die Stürmer. Wir müssen viel für die Mannschaft machen und werden nicht so oft in Szene gesetzt." Auch Schahin, der am ersten Spieltag beim 2:0 in Augsburg mit zwei traumhaft schönen Distanzschüssen die bislang einzigen Treffer für die Fortuna erzielt hatte, setzt auf das Prinzip Hoffnung, dass der Knoten bald wieder platzt. Wenn man hinten die Null halte, werde man vorne auch wieder treffen.
Auch für den SC Freiburg war nach dem Spiel das Glas halb voll. Die Gäste waren die etwas bessere von zwei schwachen Mannschaften, denn in Summe besaßen sie die reifere Spielanlage. "Ich war mit vielen Dingen zufrieden. Wir haben mutig gespielt gegen die Fortuna, die gegen den Ball derzeit zum Besten gehört. Das ist beeindruckend", sagte Trainer Christian Streich. Man hätte schon lieber gewonnen, gab Streich zu. Wenn man aber kein Tor schieße, müsse man froh über einen Punkt sein. "Natürlich hätten wir vielleicht auch gewinnen können, aber es macht auch Spaß, kein Tor zu kassieren", sagte Jonathan Schmid. Der spielt für Freiburg, auch wenn er in diesem Moment klang wie einer aus Düsseldorf.
Düsseldorf - Freiburg: Daten zum Spiel
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