Der VfL Wolfsburg hat seine Negativserie beendet und mit einem 2:0 (1:0) beim 1. FC Köln drei wichtige Punkte im Kampf um einen Platz im internationalen Geschäft geholt.
Trainer Steffen Baumgart kratzte sich nach dem Abpfiff am Kinn, er wirkte enttäuscht und schlenderte ungewohnt emotionslos über den Platz: Mit 0:2 (0:1) hatte sein 1. FC Köln gegen den VfL Wolfsburg verloren und damit eine Woche nach dem 0:3 in Stuttgart erneut keine Punkte holen können.
Ausgerechnet Torwart Marvin Schwäbe hatte mit einem Patzer zum 0:1 die Heimpleite eingeleitet, die auch die Fans ziemlich ratlos und frustriert zurückließ. "Ich habe den Ball sehr, sehr spät gesehen. Das war sehr ärgerlich", meinte der FC-Keeper bei Sky: "Wir müssen weiter hart arbeiten und die nötigen Punkte holen."
Der 75. Geburtstag des FC lag zwar bereits fast zwei Wochen zurück (13. Februar), dennoch ließen es sich die Fans nicht nehmen, das Stadion mit einer riesigen Choreografie in Rot und Weiß zu tauchen.
Gerade hatten sich die Zuschauer frenetisch eingesungen, da fiel bereits das 0:1. Der frühere Kölner Yannick Gerhardt (4.) überwand Schwäbe mit einem nicht sonderlich platzierten Schuss - und verzichtete aus alter Verbundenheit auf großen Jubel. Maximilian Arnold (68.) erhöhte per verwandeltem Foulelfmeter.
"Den Ball habe nicht gut getroffen", berichtete Gerhardt, für den die taktische Disziplin seines Teams entscheidend gewesen war: "Wir haben das in der Woche angesprochen. Der Ansatz war, dass wir kompakt stehen."
Arnold hatte sogar noch positive Nachrichten abseits des Platzes zu vermelden. "Wir bekommen noch ein Mädchen, haben dann drei Kinder. Zwei Jungs und jetzt noch ein Mädchen", sagte der Kapitän am Sky-Mikrofon und erklärte die Familienplanung auch kurzerhand für beendet. Aus den vergangenen vier Spielen hatte Wolfsburg nur einen Punkt geholt, nun folgte die Befreiung, die im Rennen um die internationalen Plätze wertvoll ist.
Bei Köln machte sich das Fehlen des besten Scorers, Florian Kainz, negativ bemerkbar, Baumgart brüllte Anweisungen, pfiff und versuchte, seine Spieler aus der Lethargie zu reißen. Ohne Erfolg.
Erst in der 37. Minute prüfte Dejan Ljubicic den Wolfsburger Torwart Koen Casteels, der den Distanzschuss aber souverän parierte. Köln kam mit mehr Elan und Vehemenz aus der Kabine und riss auch die Fans mit, die in der trüben ersten Halbzeit immer ruhiger geworden waren. Timo Hübers (58.) scheiterte mit einem weiteren Distanzschuss an Casteels. Steffen Tigges (63.) zögerte in bester Position zu lange und schoss vorbei.
Das rächte sich: Mitten in dieser ersten Drangphase der Kölner brachte Jonas Hector Kilian Fischer zu Fall. Wolfsburgs Kapitän Arnold verwandelte den fälligen Elfmeter unter den Pfiffen der Zuschauern souverän.
Der Treffer zeigte Wirkung bei den Kölnern - der Schwung der Minuten vor dem 0:2 war dahin. Wolfsburg verteidigte nun tief in der eigenen Hälfte und lauerte auf die Kontermöglichkeiten. Davie Selke (89.) vergab die große Chance zum Anschlusstor.
1. FC Köln - VfL Wolfsburg: Die Daten zum Spiel
Köln: Schwäbe - Schindler, Hübers, Chabot, Hector - Skhiri - Ljubicic, Olesen (73. Adamyan), Maina (84. Diehl) - Tigges (78. Lemperle), Selke. - Trainer: Baumgart
Wolfsburg: Casteels - Fischer, Lacroix, van de Ven, Paulo Otavio - Arnold - Svanberg (80. Nmecha), Gerhardt - Baku (63. Kaminski), Marmoush (88. Wind), Wimmer (88. Paredes). - Trainer: Kovac
Schiedsrichter: Frank Willenborg (Osnabrück)
Tore: 0:1 Gerhardt (4.), 0:2 Arnold (68., Foulelfmeter)
1. FC Köln - VfL Wolfsburg: Die Stimmen zum Spiel
Steffen Baumgart (Trainer 1. FC Köln): "Meine Mannschaft hat viel für das Spiel getan und sich nicht versteckt. Die ersten beiden Schüsse waren drin. Wir haben es nicht geschafft, uns die Torchancen herauszuspielen. Wir sind bis zum Ende drangeblieben, die Jungs haben alles gegeben gegen eine sehr gute Wolfsburger Mannschaft. Meiner Meinung nach wäre ein Punkt nicht unverdient gewesen."
Niko Kovac (Trainer VfL Wolfsburg): "Meine Mannschaft hat ein richtig gutes Spiel gegen einen sehr, sehr guten Gegner gemacht. Wir haben gut verteidigt und wenig zugelassen. Köln musste dann mit langen Bällen agieren. Offensiv hätten wir das eine oder andere besser zu Ende spielen können. Aber ich bin sehr zufrieden."
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