Die Idee der Selbstregulierung durch Fans beim Einsatz von Pyrotechnik bezeichnete Große Lefert in einem Interview mit der Nachrichtenagentur dapd als gescheitert. Die Vergangenheit habe gezeigt, dass diese fehlgeschlagen sei. "Deshalb müssen andere Wege eingeschlagen werden, die aber aufgrund der Brisanz des Themas wohl überdacht sein wollen", sagte Große Lefert.
In der vergangenen Woche hatten DFB und die Deutsche Fußball Liga eindeutig erklärt, dass es keine Möglichkeit für eine Legalisierung von Pyrotechnik in deutschen Fußballstadien gebe. Eine Änderung des Strafenkatalogs in absehbarer Zukunft hat Große Lefert dennoch nicht in Aussicht gestellt: "Es gilt nun festzustellen, welche Möglichkeiten es in juristischer Hinsicht gibt. Aber weiter möchte ich dazu heute noch nichts sagen."
Amnesty kritisiert Polizei
Scharfe Kritik vonseiten der Fans gab es gegen die Sicherheitsbehörden und ihr Vorgehen in Stadien. "Die Polizei ist angewiesen, das mildeste Mittel zu wählen, um ihre Maßnahmen erfolgreich umzusetzen. Davon kann aber nur selten gesprochen werden", sagte Alexander Bosch von der Menschenrechtsorganisation "Amnesty International".
"Es besteht mittlerweile ein gegenseitiges Misstrauen zwischen den Fans auf der einen Seite und der Polizei auf der anderen Seite. Dieses Verhältnis muss entspannt werden, um in der Zukunft konstruktive Ergebnisse zu erzielen", sagte Bosch weiter.
Kind für Lockerung der 50+1-Regel
Am Vormittag hatte der Präsident von Hannover 96, Martin Kind, sich für eine Lockerung der 50+1-Regel stark gemacht.
Für kleinere Vereine sei es notwendig, sich neuen Geldgebern zu öffnen, um konkurrenzfähig zu werden. Fanvertreter bekräftigten ihre Sorge, dass dies mittelfristig einen Niedergang von Tradition und Fan-Kultur auslöse.