"Ich kann mich nicht an einen ähnlich trostlosen Turnier-Auftritt einer deutschen Fußballnationalmannschaft erinnern. Ohne Feuer. Ohne Eifer. Ohne Ehrgeiz. Ohne Mumm", schrieb Hanning in einem Essay für den Tagesspiegel.
Er habe beim DFB-Team Tugenden wie Fleiß vermisst, die Leistung sei damit ein Spiegelbild der deutschen Gesellschaft: "Satt, träge, selbstgerecht."
Die Trennung von DFB-Direktor Oliver Bierhoff kann laut Hanning nicht mehr als ein erster Schritt gewesen sein. "Kein Stein darf auf dem anderen bleiben", meinte der seit jeher streitbare 54-Jährige und verlangte ein "Out-of-the-Box-Denken".
Insgesamt kritisierte Hanning das Auftreten der DFB-Delegation in Katar deutlich. Die Auswahl des Quartiers - die Mannschaft hatte in einem Luxus-Ressort außerhalb von Doha gewohnt - sei "an Absurdität kaum zu überbieten" gewesen.
Hinzu komme der Umgang mit der "unsäglichen, weil völlig überhöhten und aus den Fugen geratenen Diskussion hierzulande" um die "One Love"-Binde. Der DFB hätte entweder "ein klares Zeichen durch Boykott" setzen oder einen Dialog anstoßen müssen, "ohne uns dabei als Werte-Polizei aufzuspielen". Stattdessen habe man sich "für einen peinlichen Schlingerkurs entschieden".
Hanning bringt Baumgart als Bundestrainer ins Gespräch
Der gebürtige Essener brachte außerdem gleich einen möglichen Nachfolger von Bundestrainer Hansi Flick ins Gespräch: Steffen Baumgart vom 1. FC Köln.
"Das wäre mal einer für den Job des Bundestrainers. Ich kenne ihn nicht, aber der Junge macht schon beim Zusehen Spaß", so Hanning: "Er würde Fehler machen, natürlich würde er das. Aber mit Leidenschaft. Und Fehler mit Leidenschaft, das weiß ich aus eigener Erfahrung, werden verziehen."