So sei in Bezug auf die schlechten Bedingungen für Gastarbeiter im WM-Land am Golf bisher "wenig geschehen". Die Regierung Katars "kündigte zwar Reformen an - auch im direkten Austausch, als ich den Golfstaat Anfang des Jahres besuchte. Umgesetzt wurde davon aber nichts", schreibt die ehemalige Generalsekretärin der deutschen Sektion von Amnesty International: "Es ist zu befürchten, dass sich daran auch in Zukunft nichts ändern wird - weil sich nichts ändern soll."
Angesichts dieser weiter bestehenden Probleme stellt Lochbihler Blatter die Frage: "Wie lautet ihr Plan, sollte sich trotz öffentlicher Ankündigungen faktisch nichts an der Menschenrechtslage in Katar ändern? Verfügt die FIFA über eine Exit-Strategie?"
Auch den Umgang des Weltverbandes mit den Arbeitsbedingungen in Russland, die schon vor den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi für reichlich Kritik gesorgt hatten, bemängelt die 55-Jährige. "Vorausgesetzt, die WM findet überhaupt in Russland statt, wie will die FIFA sicherstellen, dass sich die Menschenrechtsverletzungen auf russischen Baustellen nicht wiederholen?", schreibt Lochbihler.