Lilesa, der sich beim Marathon am Schlusstag der Spiele in Rio nur dem Kenianer Eliud Kipchoge geschlagen geben musste, hatte beim Überqueren der Ziellinie seine Arme über dem Kopf gekreuzt und mit der Geste auf die Missstände in seinem Heimatland aufmerksam gemacht. Er wiederholte die Geste während der Siegerehrung und sagte, dass er Angst vor seiner Rückkehr habe.
"Wenn man über Demokratie spricht, wird man getötet. Wenn ich nach Äthiopien zurückgehe, werde ich vielleicht getötet. Oder sie werfen mich ins Gefängnis", sagte Lilesa. Äthiopiens Informations-Minister Getachew Reda hatte daraufhin gegenüber der BBC versichert, dass Lilesa nichts zu befürchten habe und "als Held" empfangen werde.
Das Volk der Oromo wird seit Monaten in der Region Oromia von Auseinandersetzungen zwischen regierungskritischen Demonstranten und Sicherheitskräften erschüttert. Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) seien dabei seit November 400 Menschen getötet und mehrere Tausend verhaftet worden.