Wer braucht schon Materazzi...

Haruka Gruber
02. Juni 200810:29
SPOXGetty
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München - Welch undurchdringliches Labyrinth aus Zahlen, Gegnern und mehr oder minder wichtigen Vorbereitungsspielen.

16 Teams bereiten sich auf die EM vor. 16 Teams, die sich einen Kehricht darum scheren, ob sich der Fußball-Fan fünf Tage vor dem Turnierstart ein Bild darüber machen kann, welche Mannschaften gut drauf sind - oder eben nicht.

Doch stopp mit der ganzen Intransparenz, sagt SPOX.com und verschafft einen Überblick über den aktuellen Leistungsstand der EM-Teilnehmer. Das SPOX-Power-Ranking:

16. KroatienTestspiel-Ergebnisse

Die Fehleranalyse der kroatischen Medien ist simpel wie umfassend: "Schwacher Angriff, löchrige Verteidigung, mangelnde Kampfbereitschaft." Demgegenüber Darijo Srna: "Wir haben uns absichtlich geschont." Schon klar...

24. Mai: 1:0 gegen Moldawien
31. Mai: 1:1 gegen Ungarn

15. Österreich 

Remis gegen Nigeria mit Kanu, Mikel und Yakubu wie auch ein 5:1 gegen Malta klingen ordentlich. ABER: Sich bloß nicht täuschen lassen! Selbst mit Malta hatte die Austria lange Probleme. Der Grund: Fehlende Konzentration in Tateinheit mit fehlender Klasse.

27. Mai: 1:1 gegen Nigeria
30. Mai: 5:1 gegen Malta

14. Griechenland 

Sieg mit einer besseren B-Elf gegen Zypern, Niederlage und Remis mit der A-Elf in Ungarn und gegen Armenien: Bei den Griechen läuft's bescheiden. Sogar in der Abwehr. Ungarn etwa drehte ein 0:1 innerhalb von 16 Minuten in ein 3:1.

19. Mai: 2:0 gegen Zypern
24. Mai: 2:3 in Ungarn
1. Juni: 0:0 gegen Armenien
13. Schweden 

Das 1:0 gegen Slowenien war okay, zumal Antreiber Linderoth nach 6 Monaten Pause der Siegtreffer gelang. Wären da nicht das 0:1 gegen die Ukraine und das angeschlagene Knie eines gewissen Mr. Ibrahimovic...

26. Mai: 1:0 gegen Slowenien
1. Juni: 0:1 gegen Ukraine

12. Polen 

Mit schwachen Reservespielern gegen schwache Mazedonier ein 1:1, mit mittelmäßigen Stammspielern gegen mittelmäßige Albaner und Dänen ein 1:0 bzw. 1:1. Zumindest scheint Krzynowek gut drauf zu sein.

26. Mai: 1:1 gegen Mazedonien
27. Mai: 1:0 gegen Albanien
1. Juni: 1:1 gegen Dänemark

11. Schweiz  

Das Gute vorneweg: Die Stammelf steht, zudem hat Frei einen Lauf. Das Schlechte hintenweg: Streller sorgt mit seiner Rücktritts-Ankündigung  für Unruhe. Und: Barnetta ist angeschlagen, Müller hat Rückstand.

24. Mai: 2:0 gegen Slowakei
30. Mai: 3:0 gegen Liechtenst.

10. Türkei 

Defensivchaos beim 2:3 gegen Uruguay, doch mit der Rückkehr von Servet stabilisierte sich die Abwehr gegen Finnland. Offensiv mit viel Potenzial, nur Topstar Nihat muss sich noch an das neue 4-3-3-System gewöhnen.

20. Mai: 1:0 gegen Slowakei
25. Mai: 2:3 gegen Uruguay
29. Mai: 2:0 gegen Finnland

9. Russland 

Schwer einzuschätzen. Kantersieg gegen Kasachstan sowie der knappe Erfolg gegen die unbequemen Serben - und das ohne den bei der EM anfangs gesperrten Arschawin - sprechen für die Russen. Was gegen sie spricht: Pogrebnjaks malader Meniskus.

23. Mai: 6:0 gegen Kasachstan
28. Mai: 2:1 gegen Serbien
3. Juni: gegen Litauen

8. Spanien 

Muster mit wenig Wert: Das 2:1 gegen Peru nutzte Aragones, um zum Beispiel drei Debütanten (de la Red, Cazorla, Sergio Garcia) zu testen. Ansonsten blieb nur Marchenas dicker Klops beim Gegentor in Erinnerung. Immerhin: Spanien ist seit 15 Spielen unbesiegt.

31. Mai: 2:1 gegen Peru
4. Juni: gegen USA

7. Frankreich 

1. Gewinner: Debütant Gomis mit dem Doppelpack gegen Ecuador. 2 Gewinner: Benzema, der Anelka wohl verdrängt hat. 1. Wermutstropfen: Vieiras Oberschenkel-Probleme. 2. Wermutstropfen: Die mittelmäßige Form.

27. Mai: 2:0 gegen Ecuador
31. Mai: 0:0 gegen Paraguay
3. Juni: gegen Kolumbien

6. Portugal  

Big Phil Scolari ist sich seiner Sache wohl sicher. Nur ein Test vor der EM - und der verlief ohne Zwischenfälle. Souveräner Erfolg gegen respektable Georgier.

31. Mai: 2:0 gegen Georgien

5. Deutschland 

Was positiv stimmt: Ballack, variantenreicher Sturm, die Siegermentalität. Was negativ stimmt:  das Flügelspiel, die Defensiv-Abstimmung, Metzelder.

27. Mai: 2:2 gegen Weißrussl.
31. Mai: 2:1 gegen Serbien

4. Rumänien 

Konsens: Rumänien ist der Geheimfavorit. Konsens: Montenegro mit Roma-Star Vucinic ist nicht zu unterschätzen. Konsens: Das 4:0 ist beeindruckend. Konsens: Chivu und Mutu sind in Topform. Konsens: Rumänien ist der Geheimfavorit.

31. Mai: 4:0 gegen Montenegro

3. Tschechien 

Rosicky-los, Nedved-los, chancenlos. Falsch! Trotz wilder Rotiererei gelangen Tschechien zwei überzeugende Siege. Stark: Koller und Rosicky-Ersatz Sionko. PS: Ein gutes Omen oder nicht, die Miss EM kommt aus... Tschechien!

27. Mai: 2:0 gegen Litauen
30. Mai: 3:1 gegen Schottland

2. Niederlande 

Die Elftal gehört nicht zum Favoritenkreis. Nachfrage: Warum eigentlich? Trotz müder Beine gegen die Dänen remisiert, zudem zwei klare Siege: Die Elftal gehört zum Favoritenkreis. Ein Warum wird nicht akzeptiert.

24. Mai: 3:0 gegen Ukraine
29. Mai: 1:1 gegen Dänemark
1. Juni: 2:0 gegen Wales

1. Italien 

Wenn sich Effizienz und Qualität paaren: Perfekt abgestimmter Milan-Mittelfeld-Block, perfekt abgestimmter Dreiersturm um Toni, perfekt abgestimmtes Spielsystem. Derart perfekt, dass selbst ein Materazzi nicht benötigt wird und auf der Bank sitzt. Welch ein Luxus...

30. Mai: 3:1 gegen Belgien