Die Auswärts-Talfahrt der Golden State Warriors hat endlich ihr Ende gefunden - vor allem dank eines Dreierfeuerwerks von Klay Thompson und Stephen Curry. Die Lakers dominieren erneut, Ben Simmons macht sein bestes Spiel im Nets-Trikot. Die Cavs demolieren Miami.
Phoenix Suns (10-6) - New York Knicks (8-9) 116:95 (BOXSCORE)
- Erneut kein Chris Paul (Fersenverletzung), dafür aber eine ausgeglichene Teamleistung und ein Gegner, der in der zweiten Halbzeit kaum ein Scheunentor mehr traf. So lautete am Sonntagabend das Erfolgsrezept der Suns, die sich damit von der High-Scoring-Niederlage gegen die Jazz erholten.
- Die Hausherren gewannen die zweite Halbzeit mit 61:42, die Knicks trafen nach dem Seitenwechsel nur noch 34 Prozent aus dem Feld (darunter 2/12 Dreier). Phoenix hatte dadurch leichtes Spiel, sich nach und nach abzusetzen. Hilfreich war unter anderem ein 11:2-Lauf, mit dem die Suns das dritte Viertel beendeten, sowie ein weiterer 11:0-Run im vierten.
- Der letzte Lauf wurde befeuert von mehreren Dreiern von Damion Lee (15 Punkte von der Bank, 4/6 Dreier) und Cameron Payne (21, 7 Rebounds, 9 Assists) und erhöhte den Vorsprung auf 26 Punkte, damit war das Spiel gelaufen. Payne avancierte zum Topscorer der Suns, dahinter folgte Devin Booker (20, 5/8 Dreier). Insgesamt sechs Suns-Spieler erzielten mindestens 13 Zähler.
- "Wir haben in der ersten Halbzeit gut gespielt, aber dann hatten wir eine Flaute", erkannte Knicks-Coach Tom Thibodeau. Und: "Das Rebounding war ein großes Problem." Die Suns gewannen das Duell an den Brettern mit 60:39, darunter 22 (!) Offensiv-Rebounds. Jalen Brunson war mit einigem Abstand noch bester Knickerbocker (27, 11/21 FG), bei den Co-Stars Julius Randle (9, 4/11 FG) und R.J. Barrett (12, 3/11 FG) ging dagegen nicht viel. Isaiah Hartenstein kam als Starter auf 15 Minuten Einsatzzeit und 7 Punkte sowie 3 Rebounds.
Washington Wizards (10-7) - Charlotte Hornets (4-14) 106:102 (BOXSCORE)
- Sechs Siege aus sieben Spielen, der Wizards-Zug rollte auch über die Hornets. Wobei der Weg zu diesem Erfolg dann doch etwas holprig war. Die Wizards-Offense ließ mit jedem Viertel mehr nach, bevor Kyle Kuzma im Schlussabschnitt doch wieder in seinen Rhythmus fand. Dafür musste Washington eine Verletzung von Bradley Beal verkraften, der in der Schlussminute mit einem schmerzenden Oberschenkel vom Feld humpelte.
- 35, 24, 18 - das war die chronologische Punkteausbeute der Wizards in den ersten drei Vierteln, in denen sie eine frühe zweistellige Führung verspielten. Doch Kuzma verschaffte den Hausherren im letzten Durchgang wieder etwas Luft (+8), bevor Terry Rozier knapp 10 Sekunden vor dem Ende wieder auf -2 verkürzte. Dann musste Beal vom Feld, doch das änderte nichts mehr am Endergebnis. Die Wizards brachten den Sieg an der Freiwurflinie nach Hause.
- Kuzma erzielte 11 seiner 28 Punkte (4/8 Dreier, dazu 10 Rebounds und 5 Assists) im vierten Viertel, Beal kam vor seiner Verletzung auf 26 Punkte, 5 Assists sowie 5 Steals. Ob und wenn ja wie lange der Guard ausfallen wird, steht aktuell noch nicht fest. Kristaps Porzingis erwischte nicht seinen besten Abend (12 und 5 Blocks, aber 4/19 FG), Deni Avdija schnappte sich ein Double-Double (12 und 13 Rebounds).
- Bei den Hornets, die weiterhin ohne LaMelo Ball (Knöchel) auskommen müssen, konnte Rozier nicht auf dem gewohnten Niveau in die Bresche springen (8, 3/14 FG, 0/6 Dreier). Dafür erarbeitete sich Kelly Oubre Jr. die Ehre des teaminternen Topscorers (23, 10/20 FG, 1/7 Dreier), Gordon Hayward erzielte 20 Punkte und Kai Jones beeindruckte mit einem Reverse-Hammer.
Sacramento Kings (9-6) - Detroit Pistons (3-15) 137:129 (BOXSCORE)
- Es gab "MVP"-Rufe für De'Aaron Fox, "Light the Beam"-Sprechchöre und am Ende stand tatsächlich der sechste Sieg in Folge - solch eine Siegesserie der Kings gab es zuletzt in der Saison 2004/05! Fox hatte daran mit 33 Punkten (11/18 FG) sowie 7 Assists einen großen Anteil, doch im vierten Viertel spiele auch Kevin Huerter eine tragende Rolle.
- Über die vollen 48 Minuten war die Partie extrem ausgeglichen, kein Team schaffte es, sich einen zweistelligen Vorsprung zu erspielen. Doch die finalen Minuten gehörten nur noch den Kings. Die Hausherren beendeten die Partie mit einem 18:5-Lauf, darunter zwei Dreier von Huerter. Eineinhalb Minuten vor dem Ende brachte er Sacramento von Downtown mit +4 in Front, Fox machte dann mit einem Stepback-Jumper und mehreren Freiwürfen den Deckel drauf.
- "Er spielt den besten Basketball seiner Karriere", lobte Harrison Barnes seinen Kollegen, Fox erzielte 10 Punkte im letzten Viertel. "Er spielt auf All-Star-Level, sowohl offensiv als auch defensiv. Er hat im Sommer eine Menge gearbeitet." Barnes war mit 27 Punkten bei 8/11 FG ein weiterer Erfolgsfaktor, Huerter kam auf 24 Punkte (4/11 Dreier) und Domantas Sabonis schnappte sich ein Double-Double (15, 13 Rebounds und 7 Assists). Malik Monk wurde nach einer übertriebenen Jubelgeste und einem Schubser gegen seinen Verteidiger des Feldes verwiesen.
- Rookie Jaden Ivey führte die Pistons mit 24 Punkten (4/4 Dreier) an, dahinter folgte Bojan Bogdanovic (21, 8/12 FG). Stark war aber auch die Bank, die das Duell der Reservisten mit 55:25 für sich entschied. Alec Burks (16), Jalen Duren (12 und 8 Rebounds), Cory Joseph (12 und 5 Assists) oder Kevin Knox (11) waren besonders hervorzuheben.
Brooklyn Nets (8-9) - Memphis Grizzlies (10-7) 127:115 (BOXSCORE)
- Kyrie Irving stand nach seiner 8 Spiele andauernden Suspendierung wieder auf dem Court, Ben Simmons sah tatsächlich wieder wie ein All-Star aus - pünktlich vor dem Wiedersehen mit seinem Ex-Team in Philadelphia in der Nacht auf Mittwoch. Dazu gab es in Brooklyn auch noch einen dritten gefeierten Helden - Yuta Watanabe.
- Doch von vorne: Irving wurde bei seiner Vorstellung mit lautem Jubel von den Nets-Fans begrüßt und traf direkt seinen ersten Dreier. Simmons, zurück in der Starting Five, startete mit einem geschmeidigen Hook Shot. Für ihn war es der Auftakt seines besten Auftritts im Nets-Trikot, Simmons machte mit 22 Punkten (11/13 FG), 8 Rebounds und 5 Assists (bei allerdings 5 Turnover) eine richtig starke Partie, er attackierte den Ring und machte das Spiel in Transition schnell. Irving erzielte 14 Punkte (5/12 FG).
- Da Nic Claxton allerdings aus persönlichen Gründen fehlte, dominierte Memphis zunächst die Zone (56:46) und hielt so lange mit, obwohl mit Ja Morant - der mit einem verstauchten Knöchel mindestens eine Woche, mitunter mehrere Wochen fehlen wird - Desmond Bane (Zehenverletzung) und Jaren Jackson Jr. (Pause) die drei Stars nicht dabei waren. Dafür ballerte sich Dillon Brooks zum Topscorer (31, 13/30 FG), John Konchar roch an einem Triple-Double (16, 9 Rebounds, 7 Assists) und Steven Adams kam auf ein Double-Double (15, 10 Rebounds).
- Doch dann eröffnete Brooklyn das vierte Viertel mit einem 18:5-Lauf und Memphis hatte keine Antwort mehr. Vor allem nicht auf den nun brandheißen Watanabe, der 4 Dreier zu diesem Run beisteuerte, bevor er unter Standing Ovations ausgewechselt wurde. Am Ende stand er bei 16 Punkten von der Bank (4/6 Dreier), Kevin Durant (26, 7 Rebounds und 7 Assists) baute zudem seine Serie mit 25-Punkte-Spielen auf 17 aus - die längste Serie zum Saisonstart seit Rick Barry 1966/67 (25 Spiele).
Cleveland Cavaliers (10-6) - Miami Heat (7-10) 113:87 (BOXSCORE)
- Etwa 15 Minuten lang war dieses Duell spannend, dann aber drückten die Cavs das Gaspedal durch und blickten nicht mehr zurück. Gegen dezimierte Heat brachte sich Cleveland mit einem dominanten zweiten Viertel (31:15) auf die Siegerstraße, anschließend ließen sie den Gästen keine Chance mehr. Die Cavs versenkten 53 Prozent aus dem Feld, die Heat gerade mal knapp 39 Prozent.
- Bam Adebayo kehrte nach zwei Spielen Pause immerhin wieder auf den Court zurück, dafür fehlten weiterhin Jimmy Butler (Knie), Tyler Herro (Knöchel) und Gabe Vincent (Knie). Adebayo setzte sich mit 21 Punkten zur Wehr, doch viel Hilfe hatte er nicht. Kyle Lowry stand nach seinem 51-Minuten-Kraftakt gegen Washington komplett neben der Spur (9, 2/10 FG, 1/7 Dreier, dazu 3 Assists bei 5 Turnover). Caleb Martin erzielte immerhin noch 17 Punkte.
- Doch gegen einen 21:2-Lauf der Cavs im zweiten Viertel hatte Miami nichts entgegenzusetzen. So setzten sich die Hausherren auf 19 Punkte ab, im dritten Viertel wuchs der Vorsprung auf 31 Zähler an und die Messe war gelesen. Darius Garland führte seine Farben mit 25 Punkten und 7 Assists an.
- Donovan Mitchell hielt sich etwas zurück (13, 5/12 FG), Evan Mobley sammelte 15 Zähler, 10 Rebounds und 5 Assists. Auch die Bank ohne den verletzten Kevin Love (gebrochener Daumen), aber dafür mit Cedi Osman (20 und 12 Rebounds, +39) oder Isaac Okoro (13) wusste zu überzeugen.
Houston Rockets (3-14) - Golden State Warriors (8-9) 120:127 (BOXSCORE)
- Das war mal eine echte Klay-Thompson-Explosion wie in besten Zeiten! Der Splash Brother schweißte 10 Dreier bei 13 Versuchen durch die Reuse, erzielte einen Saisonbestwert 41 Punkte und beendete gemeinsam mit seinem Backcourt-Kollegen Stephen Curry endlich den Auswärtsfluch der Warriors. Im neunten Spiel in fremder Halle feierte der Champion den ersten Sieg.
- Thompson war schon von Anfang an richtig heiß, im ersten Viertel schenkte er den Rockets 20 Punkte (4/5 Dreier) ein - zum elften Mal in seiner Karriere knackte er diese Marke in einem Abschnitt. Die Warriors-Offense legte dank viel Bewegung und tollem Passing einen Start nach Maß hin, lag bereits mit 18 Zählern in Front, doch die Bank verspielte im zweiten Viertel diesen Vorsprung relativ schnell.
- Es blieb bis in die Crunchtime eng, dann mussten Thompson und Curry die Sache schaukeln. Eine Minute vor dem Ende versenkte Klay seinen 10. Dreier der Partie zum +6, wenig später machte der Chefkoch höchstpersönlich mit einem irren Stepback-Fadeaway-Dreier klar, dass es für die Rockets Zeit zum Schlafengehen ist. Das war der Dagger.
- Curry beendete die Partie nach anfänglichen Startschwierigkeiten mit 33 Punkten (7/14 Dreier), 15 Assists, 6 Rebounds und +22, Andrew Wiggins steuerte 22 Punkte (6/11 Dreier) bei, als Team trafen die Warriors 24/47 aus der Distanz. Einen großen Anteil daran hatte natürlich Thompson. "Darauf kann ich aufbauen. Ich habe so ein Spiel wirklich gewollt, es fühlte sich großartig an, einfach draufzuhalten", sagte der 32-Jährige, der extrem effiziente 41 Zähler auflegte (14/23 FG).
- Für die Rockets machte Kevin Porter Jr. ein starkes Spiel (30, 10/19 FG), er hatte auch nochmal einen Dreier als Reaktion auf Currys letzten Wurf in petto. Doch das reichte nicht mehr, Golden State ließ von der Freiwurflinie nichts mehr anbrennen. Nr.3-Pick Jabari Smith Jr. erzielte ein Career-High (22, 8/14 FG), Jalen Green streute 16 Punkte (4/15 FG) ein und Tari Eason kam auf 19 Punkte von der Bank.
Dallas Mavericks (9-7) - Denver Nuggets (10-6) 97:98 (SPIELBERICHT)
Los Angeles Lakers (5-10) - San Antonio Spurs (6-12) 123:92 (BOXSCORE)
- Erneut kein LeBron James, erneut kein Problem für die Lakers! Der King musste zum vierten Mal in Folge aufgrund einer Adduktorenzerrung passen, dennoch holte L.A. den dritten Sieg in Folge - solch eine Serie gab es seit Januar nicht mehr. Die Spurs waren mit Anthony Davis heillos überfordert und auch Dennis Schröder machte eine gute Partie.
- Schon nach dem ersten Viertel verzeichneten die Statistiker 18 Punkte hinter dem Namen von A.D., der die gegnerische Zone fast nach Belieben dominierte. Der Big gab den Ton für die Lakers an, unter anderem Austin Reaves folgte. Dank des Duos setzten sich die Hausherren schon in der ersten Halbzeit mit 21 Punkten ab, spannend wurde es im Anschluss nicht mehr.
- Davis' Arbeitstag war bereits nach 28 gespielten Minuten rum, in denen er starke 30 Punkte (12/19 FG), 18 Rebounds, 3 Steals sowie ein Plus/Minus von +34 sammelte. Reaves lieferte mit 17 seiner 21 Zähler in Hälfte eins bei 7/11 aus dem Feld gute Unterstützung, gleiches galt für Thomas Bryant (15 Punkte, 9 Rebounds), Russell Westbrook (10 und 10 Assists) oder Schröder (13, 4/7 FG) von der Bank.
- Bei den Gästen aus Texas, die kurzfristig auf den erkrankten Head Coach Gregg Popovich verzichten mussten, erwischte vor allem der eigentliche Topscorer Keldon Johnson einen rabenschwarzen Tag. Für seine 12 Punkte benötigte er 20 Würfe (4 Treffer, darunter 1/10 Dreier), Devin Vassell kam immerhin noch auf 17 Zähler. Jakob Pöltl (Knie) verpasste die Partie. Letztlich trafen die Spurs nur 39 Prozent aus dem Feld - die Lakers 52,9 Prozent!