Während der VfB Stuttgart den Klassenerhalt feiert, zittern die fürchterlichen Drei, also Hamburg, Nürnberg und Braunschweig weiter. Ihre verheerenden Bilanzen stehen diesmal im Mittelpunkt der Opta-Zahlen des Spieltags. Außerdem: Fotofinish um die Torjägerkanone.
Gruseliger Rekord: Der Stimmung am Wochenende beim 0:2 gegen Hannover nach zu urteilen, ist der Patient Nürnberg nicht mehr zu retten. Der Club kassierte die sechste Niederlage am Stück. Das gab's zuletzt 1983/84. Sollten die Franken tatsächlich runtermüssen, wäre es ihr 8. Abstieg aus dem Oberhaus, womit sie alleiniger Rekordhalter vor Arminia Bielefeld (7) wären.
Auweia, HSV: Was Nürnberg kann, kann der HSV fast ebenso gut. Vier Niederlagen hat der Noch-Unabsteigbare jetzt auch schon wieder gesammelt, was Fragen nach dem Slomka-Effekt aufwirft. Und dann wäre da noch die Horrorserie gegen die Bayern. 36 Dinger kassierte der HSV gegen den Rekordmeister in den letzten acht Pflichtspielen. Im Vergleich zu so manchem Schlachtfest der letzten Zeit (0:5, 2:9, 0:6 usw.) hielt man sich diesmal beim 1:4 aber ganz wacker.
Grandiose Aussichten I: Man würde ja gerne optimistisch aufs nächste Wochenende blicken, doch was soll man dem HSV, dem Club und Braunschweig schon als Mutmacher mit auf den Weg geben? Den Glauben an ihre Auswärtsstärke? Bestimmt nicht. Die drei zieren nämlich auch das Ende der Auswärtstabelle und haben zusammen gerade mal fünf von 48 Spielen auf fremdem Gelände gewonnen. Der HSV kassierte zuletzt acht Pleiten am Stück.
Josip Drmic: Nürnbergs einziger Hoffnungsträger?
Grandiose Aussichten II: Vielleicht versuchen wir's mal mit den Comeback-Qualitäten? Mentale Stärke und die Fähigkeit, sich nicht unterkriegen zu lassen - all das ist im Abstiegskampf ja elementar. Leider sieht es da auch trübe aus. Wenn die drei Kellerkinder erstmal in Rückstand geraten sind, dann ist meist auch schon alles verloren. Der Horror in Zahlen: Braunschweig kassierte 22 Mal in dieser Saison das 0:1 und verlor 18 Mal. Der HSV ist da schon einen Tick robuster: 23 Mal Rückstand ergab "nur" 17 Niederlagen. Wahre Mentalitätsmonster sind da die Nürnberger: 22 Mal hieß es 0:1 und nur 14 Mal verließ man den Platz als Verlierer. Vorteil Club!
Ach ja: Übrigens reichten seit der Einführung der Drei-Punkte-Regel (95/96) nie weniger als 31 Punkte zur Relegation. Diesmal ist man u.U. schon mit 27 dabei.
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Debütantenball: An dieser Stelle wollen wir den Sportkameraden Kaan Ayhan und Manuel Schmiedebach zum ersten Bundesligator gratulieren. Der Schalker Ayhan hat das Kunststück am Samstag in Freiburg geschafft. Es war erst der 13. Einsatz im Oberhaus für den 19-Jährigen. Etwas länger ließ sich Hannovers Schmiedebach Zeit. Nach 119 erfolglosen Bundesliga-Einsätzen war es am Samstag in Nürnberg soweit.
250er: Manuel Neuer absolvierte beim 4:1 der Bayern in Hamburg ein 250. Bundesliga-Spiel. Auf die gleiche Anzahl bringt es sein Torhüterkollege Raphael Schäfer. Der Nürnberger Torhüter und Kapitän rückte damit in der klubinternen ewigen Bestenliste auf den dritten Rang vor. Das 0:1 war übrigens Schäfers 400. Gegentreffer als Club-Schlussmann.
100er: Klaas-Jan Huntelaar bestritt in Freiburg sein 100. Bundesliga-Spiel für Schalke. Der Niederländer ließ sich nicht lumpen und erzielte sein 59. Tor. Diese Zahlen werden ein paar Monate bestehen bleiben. Fürs Erklimmen des Zauns sah der Hunter seine fünfte Gelbe Karte. 100 Bundesliga-Spiele hat auch Huntelaars Teamkollege Julian Draxler auf dem Buckel. So schnell wie er hat das übrigens keiner geschafft. Draxler war beim 2:0 in Freiburg exakt 20 Jahre, 7 Monate und 13 Tage alt.
Enges Rennen: In der Bundesliga fallen im Vergleich zu allen anderen Topligen in Europa zwar die meisten Tore, doch Goalgetter wie Suarez, Ronaldo, Messi oder Ibrahimovic, die allesamt um die 30 Tore machen, gibt es hierzulande nicht. Erstmals seit 2001/2002 (damals: Marcio Amoroso und Martin Max, je 18) könnte die Kanone wieder für unter 20 Treffer weggehen. Ein echtes Novum ist auch noch drin: Es gab noch nie 3 oder mehr Torschützenkönige und der Torjäger der Saison kam auch noch nie aus Polen (Lewandowski), Kroatien (Mandzukic), Kolumbien (Ramos) oder der Schweiz (Drmic).
Die besten Torschützen der Bundesliga:
Knoche, immer wieder Knoche: Sucht man nach dem Mann mit den meisten Ballkontakten des Spieltags, empfiehlt es sich, die Innenverteidiger oder Mittelfeldspieler des FC Bayern oder von Borussia Mönchengladbach näher zu betrachten. Doch diesmal nicht. Den Preis für den ballverliebtesten Spieler des Wochenendes erhält völlig unüberraschend Robin Knoche vom VfL Wolfsburg mit 127 Ballkontakten. Wer hätt's gedacht?
Noch mal Glück gehabt: Wie in der Einleitung erwähnt hat der VfB die Klasse gehalten, muss also nicht etwa am 34. Spieltag noch irgendwas in München holen. Das wäre sowieso in die Hose gegangen, denn Stuttgart hat ja Fredi Bobic und der ist mit einem Bayern-Fluch gestraft. In 33 Bundesliga-Vergleichen mit dem Rekordmeister hat Bobic exakt überhaupt gar nicht gewonnen.
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