Auch mit Updates kann Mercedes nicht um den Sieg fighten
Bereits nach der Qualifikation hatte man sich bei Mercedes Hoffnungen gemacht, in Austin um den Sieg mitkämpfen zu können. Spätestens als Red Bull einen Tag später dann Schwierigkeiten bei Max Verstappens zweitem Boxenstopp offenbarte und Lewis Hamilton, 20 Runden vor Rennende, die Führung übernahm, war der erste GP-Sieg im Jahr 2022 tatsächlich in greifbarer Nähe.
Letzten Endes wurde daraus aber nichts. Zum einen zeigte angesprochener Verstappen einmal mehr eine absolute Glanzleistung und konnte den Fehler seines Teams wieder begradigen. Zum anderen lieferten die Silberpfeile im Renntrimm nicht die Performance ab, die man sich eigentlich ausgemalt hatte.
Denn im Gegensatz zur Konkurrenz um Red Bull und Ferrari brachte man ein größeres Aero-Update mit nach Texas, welches vor allem in den kurvenreichen Sektoren eins und drei die nötigen Zehntel bringen sollte. Dafür wurde unter anderem der Frontflügel modifiziert, um den Luftstrom an der Vorderachse zu optimieren.
"Wir sind näher dran und ich glaube, dass das Update funktioniert hat und dass wir um den Sieg gefahren sind, ist auch vielleicht ein bisschen Glück des Tüchtigen. Aber wir machen so kleine Hamsterschritte und das bringt uns näher", meinte Teamchef Toto Wolff gegenüber Sky nach Rennende. Eine wirkliche Chance hatte man aber erneut nicht. "Das kompetitive Tier in mir sagt: 'Ah, Zweiter ist nicht gut genug.' Aber man muss schon realistisch sein: Die Pace haben wir heute nicht gehabt."
Mercedes muss sich auf Ferrari konzentrieren
Dass sich an diesem Umstand in den letzten drei Rennen des Jahres etwas ändert, ist kaum abzusehen. Zu hungrig und abgeklärt präsentieren sich Red Bull und Verstappen auch nach dem Gewinn der Weltmeisterschaft. Ohnehin ist der Niederländer nicht der Typ, der nach Errungenschaften plötzlich langsamer tritt. Verstappen wird bis zum letzten Rennen alles geben - dass Mercedes dieses Tempo mitgehen kann, darf angezweifelt werden. So droht dem deutschen Werksteam die erste sieglose Saison seit 2011.
Viel wichtiger als das wäre ohnehin der Triumph im Kampf um Konstrukteursplatz zwei über die Scuderia Ferrari. "Ich kann nicht in Worte fassen, wie viel es für das Team bedeuten würde (Zweiter in der Konstrukteurswertung zu werden; Anm.d.Red.), vor allem bei allem, was im letzten Rennen im vergangenen Jahr passiert ist, was in diesem Jahr in Bezug auf die Leistung unseres Autos passiert ist und was mit all den Nachrichten und allem passiert ist", so Wolff.
Formel 1: Der WM-Stand (nach 19 von 22* Rennen)
- Fahrerwertung:
Platz | Fahrer | Team | Punkte |
1 | Max Verstappen | Red Bull | 391 |
2 | Charles Leclerc | Ferrari | 267 |
3 | Sergio Perez | Red Bull | 265 |
4 | George Russell | Mercedes | 218 |
5 | Carlos Sainz | Ferrari | 202 |
6 | Lewis Hamilton | Mercedes | 198 |
7 | Lando Norris | McLaren | 109 |
8 | Esteban Ocon | Alpine | 79 |
9 | Fernando Alonso | Alpine | 65 |
10 | Valtteri Bottas | Alfa Romeo | 46 |
- Konstrukteurswertung:
Platz | Team | Punkte |
1 | Red Bull | 656 |
2 | Ferrari | 469 |
3 | Mercedes | 416 |
4 | Alpine | 144 |
5 | McLaren | 138 |
6 | Alfa Romeo | 52 |
7 | Aston Martin | 51 |
8 | Haas | 38 |
9 | AlphaTauri | 36 |
10 | Williams | 8 |
*Der Russland-GP wurde aufgrund des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine ersatzlos gestrichen. Ursprünglich hatte die Formel 1 für die Saison 2022 23 Rennen eingeplant.