Die Utah Jazz haben sich auch für die L.A. Clippers als nicht zu überwindender Stolperstein herausgestellt. Paul George ist anfangs noch brandheiß, kühlt dann aber komplett ab. Fred VanVleet führt die Raptors zum Comeback-Sieg gegen die Bulls - Ja Morant zeigt Licht und Schatten, die Grizzlies trotzen aber dem Wizards-Comeback.
Los Angeles Lakers (2-7) - Cleveland Cavaliers (8-1) 100:114 (SPIELBERICHT)
Toronto Raptors (6-4) - Chicago Bulls (5-6) 113:104 (BOXSCORE)
- Auch ohne den verletzten Pascal Siakam bleiben die Toronto Raptors eine Pest - im positiven Sinne. Dabei deutete nach dem ersten Viertel wenig auf einen Sieg der Raptors hin. Die Bulls, bei denen Zach LaVine geschont wurde, führten zu Beginn des zweiten Viertels mit +13. Die Raptors blieben jedoch im Spiel - trotz ihrer unterdurchschnittlichen Dreierquote von 27 Prozent. Dafür schenkten sie nur neunmal den Ball her (gegenüber 17 Turnovern der Bulls) und dominierten in der Zone (62:38 Points in the Paint, 23:15 Offensive Rebounds).
- Nach dem Siakam-Ausfall hatte Head Coach Nick Nurse gefordert, dass Leistungsträger wie O.G. Anunoby und Scottie Barnes noch mehr Verantwortung übernehmen müssten. Und das taten sie: Anunoby erzielte 22 Punkte, Barnes 19. Am meisten auf sich aufmerksam machte aber Fred VanVleet mit 30 Zählern (Season-High, 9/22 FG, 5/13 Dreier) und 11 Assists. Eine beeindruckende Rückkehr, wenn man bedenkt, dass der Point Guard wegen einer Rückenverletzung die vergangenen drei Spiele verpasst hatte.
- Der Guard leitete in den Schlussminuten auch den entscheidenden 11:3-Lauf ein, der von zwei Barnes- und Anunoby-Dunks nach FVV-Assists veredelt wurde und die Entscheidung brachte. Ebenfalls erwähnenswert war die starke Leistung von Christian Koloko. Der Center, der im diesjährigen Draft an Position 33 ausgewählt wurde, stellte einen neuen teaminternen Rookie-Rekord auf: Noch nie zuvor hatte ein Raptors-Neuling sechs Blocks in einem Spiel vorzuweisen.
- Die Raptors-Defense war es auch, die den Ball aus den Händen von DeMar DeRozan zwang. Am Ende hatte der 33-Jährige nur neun Wurfversuche aus dem Feld, von denen er sieben verwandelte (20 Punkte). Bei den restlichen Bulls-Spielern mangelte es jedoch an Effizienz, allen voran bei Alex Caruso (4 Punkte, 1/11 FG, 11 Assists, 11 Rebounds, +15). Nikola Vucevic kam immerhin auf 18 Punkte (8/13 FG). Bereits morgen haben die Bulls beim Back-to-Back in Chicago die Chance auf Wiedergutmachung.
Memphis Grizzlies (7-3) - Washington Wizards (4-6) 103:97 (BOXSCORE)
- Nach der 42-Punkte-Klatsche gegen Brooklyn am Freitag drohte den Wizards zwischenzeitlich ein erneutes Debakel. Aber: Selbst ohne Star-Guard Bradley Beal (Health and Safety Protocols) rehabilitierte sich Washington, kämpfte sich in die Partie zurück - und verlor am Ende doch gegen kaltschnäuzige Grizzlies.
- Die Hausherren legten eine Achterbahnfahrt der Gefühle hin. Zunächst dauerte es über drei Minuten, bis Memphis überhaupt mal Punkte aufs Scorebaord brachte, dann explodierten Jake LaRavia und Desmond Bane im zweiten Viertel. Mehrere Dreier des Duos befeuerten einen 19:2-Lauf, die Grizzlies setzten sich auf 17, nach dem Seitenwechsel bis auf 23 Punkte ab.
- Doch Hut ab vor den Wizards. Rui Hachimura zeigte in der zweiten Halbzeit von der Bank eine starke Leistung, mit 9 seiner 15 Punkte (7/12 FG) im dritten Durchgang führte er die Second Unit der Gäste zu einer 19:0-Antwort. Im Schlussabschnitt eroberte sich Washington sogar die Führung zurück, aber nur kurzzeitig. Mit der Rückkehr der Starter drehte sich auch wieder das Glück für Memphis, Ja Morant verbuchte 6 Zähler bei einem 9:0-Lauf und die neuerliche Führung brachten die Grizzlies ins Ziel.
- Morant zeigte dabei Licht und Schatten, seinen 23 Punkten, 9 Rebounds, 6 Assists und spektakulären Moves standen Quoten von 9/27 aus dem Feld sowie 4 Turnover gegenüber. Bane avancierte zum besten Scorer des Abends (28, 4/8 Dreier), Brandon Clarke steuerte 16 Punkte (7/8 FG) von der Bank bei. Sorgen machte zwischenzeitlich der Knöchel von Steven Adams, doch der Big Man konnte nochmal auf den Court zurückkehren, nachdem er zuvor umgeknickt war.
- Bei den Wizards, die nun fünf der vergangenen sechs Spiele verloren haben, punktete Monte Morris am erfolgreichsten (18), Kristaps Porzingis hatte einerseits Foul- (5) und andererseits Wurfprobleme (10, 3/13 FG). Die Wizards trafen zudem aus der Distanz kein Scheunentor (8/41 Dreier, 19,5 Prozent).
L.A. Clippers (5-5) - Utah Jazz (8-3) 102:110 (BOXSCORE)
- Der Abend begann mit schlechten Nachrichten aus dem Clippers-Lager. Coach Tyronn Lue gab an, es gebe derzeit keinen genauen Zeitplan für ein Comeback von Kawhi Leonard. Die Klaue war aufgrund seiner Knieprobleme gegen Utah zum siebten Mal in Folge zum Zuschauen verdammt. Die zweite schlechte Nachricht: Auch in anfangs brandheißer Paul George reichte nicht zum Sieg.
- Der 32-Jährige schweißte seine ersten 3 Triples durch die Reuse und startete mit 15 Punkten ins erste Viertel. Allerdings hielt Utah ebenfalls mit einem heißen Händchen von Downtown dagegen, bis Mitte des vierten Viertels blieb es eine ausgeglichene Angelegenheit. Dann aber war L.A. komplett kalt, Utah dagegen startete einen 12:2-Lauf.
- Dem hatten die Clippers tatsächlich nichts mehr entgegenzusetzen. Die Hausherren setzten im vierten Viertel alle 11 Dreierversuche daneben, auch von George kam nicht mehr viel. Von seinen 34 Zählern (11/22 FG, dazu 4 Assists und 5 Turnover) kamen nur 3 im Schlussabschnitt (0/5 Dreier, insgesamt 5/14). Die ordentliche Unterstützung von Ivica Zubac (12 und ein Poster-Dunk) reichte auch nicht mehr, Marcus Morris erzielte 18 Punkte, hatte aber ebenfalls Probleme mit dem Distanzwurf (1/7). Als Team standen die Clippers bei 24,2 Prozent von Downtown (8/33).
- Die Jazz dagegen setzten ihren Höhenflug fort. Der achte Saisonsieg war ein Gemeinschaftswerk von Jordan Clarkson (23, 6/9 Dreier), Collin Sexton (22), Lauri Markkanen (18 und 9 Rebounds) und Mike Conley (17). Der eigenen Turnover-Problematik (21:14) trotzten die Gäste mit fast doppelt so vielen Dreiern als die Clippers (15:8 Treffer, darunter solche Dinger). Das entscheidende Schlussviertel ging mit 26:17 an Utah.