Fünf Tage nach seiner Entlassung aus einem britischen Gefängnis und der Rückkehr nach Deutschland wird sich Boris Becker am Dienstag erstmals in einem Interview äußern. Zur Prime Time (20.15 Uhr) stellt sich die Tennis-Ikone im "Sat.1 Spezial. Boris Becker" den Fragen von Moderator Steven Gätjen, der ihn auch in der Haftanstalt Huntercombe besucht hatte.
"Ich glaube, dass wir jemanden erleben werden, der sehr emotional und ehrlich über seine Zeit im Gefängnis sprechen wird, der aber auch sich und seine Situation intensiv reflektiert hat", sagte Gätjen. Laut des Senders soll es das "weltweit einzige Interview mit Boris Becker" sein und in deutscher und englischer Sprache geführt werden. Im Anschluss werden zwei Dokumentationen über den 55-Jährigen ausgestrahlt.
Die Bild berichtete am Montagabend, dass Becker bei Mithäftlingen und Wärtern beliebt gewesen sei. Die erste Zeit verbrachte er in Wandsworth, später wurde er ins Huntercomb-Gefängnis verlegt. "Wandsworth ist das schlimmste Gefängnis Englands. Doch Boris Becker hatte das Glück, nach zwei Wochen als Lehrer für Deutsch und Mathe arbeiten zu dürfen", zitiert die Zeitung einen namentlich nicht genannten Ex-Häftling, der zeitgleich mit Becker einsaß.
Becker habe in Haft regelmäßig gearbeitet und etwas Geld verdient. Auch habe er einige Kleidungsstücke an Mithälftlinge verschenkt, als er die Haftanstalt verlassen durfte.
Becker war im April zu einer Freiheitsstrafe von zweieinhalb Jahren verurteilt worden und saß seither im Gefängnis. Nun profitierte er von einem Verfahren, das den Druck auf die überfüllten britischen Haftanstalten lindern soll. Becker kam früher frei und muss den Rest seiner Strafe nicht mehr absitzen. Dem sechsmaligen Grand-Slam-Sieger waren in seinem seit 2017 laufenden Insolvenzverfahren Vergehen zur Last gelegt worden.