FC Bayern - Cruzeiro Belo Horizonte 2:0 / 0:0
23. November / 21. Dezember 1976
Tore im Hinspiel: 1:0 Müller (80.), 2:0 Kapellmann (82.)
Erst kürzlich erzählte Franz Beckenbauer noch vom "Wahnsinn" des Weltpokals in den 60er und 70er Jahren, als der Titelträger noch in Hin- und Rückspiel ermittelt wurde. Und ein wenig wahnsinnig ging es damals schon zu: Für die brasilianischen Gäste geriet das Hinspiel zur Farce.
Temperaturen knapp unter dem Gefrierpunkt, Schneetreiben und ein spiegelglatter Rasen im spärlich besetzten Olympiastadion (18.000 Zuschauer) raubten der Mannschaft um Superstar Jairzinho jegliche Spielfreude, was besonders deutlich wurde, als die Südamerikaner erst mit großzügiger Verspätung zur zweiten Halbzeit erschienen. Der Sieg der Bayern war folgerichtig.
Das Kontrastprogramm gab es dann vier Wochen später: Über 30 Grad plus, 113.000 Zuschauer und das Handicap für die Bayern nach einem wegen Nebels verspäteten Abflug vor dem Spiel nur vier Stunden geschlafen zu haben. Jupp Kapellmann wurde zu allem Überfluss auch noch von einem Feuerwerkskörper getroffen.
Dennoch brachte die Mannschaft von Trainer Dettmar Cramer in einer denkwürdigen Abwehrschlacht den Vorsprung ins Ziel, auch wenn die Spieler "halbtot" gewesen seien, wie Torwart-Legende Sepp Maier erklärte.
Für die Bayern war es damals übrigens die Final-Premiere, obwohl sie schon in den beiden Jahren zuvor als Europapokalsieger der Landesmeister qualifiziert waren. 1974 verzichteten die Münchener und ließen Atletico Madrid den Vortritt. 1975 fiel das Finale gar ins Wasser, weil sich die Bayern und CA Independiente aus Argentinien nicht auf einen Termin einigen konnten.
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