Offenbarungseid in Nürnberg, chancenlose Hamburger und eine bittere Pleite für Braunschweig: Nach einem turbulenten Spieltag kämpfen am kommenden Samstag noch drei Teams gegen den direkten Abstieg. Wer bekommt in der Relegation die letzte Chance? Wer muss runter? Die drei Abstiegskandidaten im Check.
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So lief der 33. Spieltag: Viel rechnete sich der HSV gegen den Rekordmeister von Anfang an nicht aus, nach einer passablen Anfangsphase wurden den Hanseaten von den Bayern schonungslos die Grenzen aufgezeigt. Während die Offensive um Torschütze Hakan Calhanoglu auch ohne echten Stürmer einige gute Ansätze zeigte, war die Hintermannschaft gegen Mario Götze und Co. heillos überfordert.
Hamburg - Bayern 1:4 - hier geht's zur Analyse!
Die Stimmen:
Mirko Slomka: "Wir haben eine sehr gute erste Halbzeit gespielt und hatten einige Chancen. Leider haben wir uns nicht mit der Führung oder dem Ausgleichstreffer belohnt. Die Bayern sind mit dem ersten Torschuss in Führung gegangen - das ist der Unterschied. Der Knackpunkt war dann das 0:2 kurz nach der Pause. Das ist frustrierend. Trotzdem können wir viele gute Dinge mitnehmen. Wir haben den unbändigen Willen den Relegationsplatz zu erreichen. Die Konstellation hat sich nicht verändert. Für uns gilt, dass wir die Relegation weiterhin aus eigener Kraft erreichen können."
Heiko Westermann: "Ich denke, wir haben uns ordentlich gewehrt. Es ist schade: Bayern hat in der ersten Halbzeit eine Chance, wir drei, vier - und sie machen das Tor. Mit so einem Auftritt, besonders in der ersten Hälfte, wird mir nicht Angst und Bange. Aber das hätten wir mal ein paar Wochen früher hinkriegen sollen."
Der 34. Spieltag: Zum Saisonfinale müssen die Hamburger an den Bruchweg nach Mainz, denen im Kampf um die Europa League der FC Augsburg im Nacken sitzt. Der FSV braucht die Punkte dringend selbst und wird alles in die Waagschale werfen. Für die Rothosen spricht zumindest die Statistik: Seit sechs Spielen sind die Norddeutschen in Mainz ohne Niederlage. Nach den vier Pleiten in Folge müssen die Hamburger die positiven Phasen aus dem Spiel gegen den Meister mitnehmen und wieder abrufen. Mainz zeigt sich in letzter Zeit inkonstant und scheint schlagbar. Wollen die Hanseaten die Relegation sichern, ist ein Dreier Pflicht.
Seite 3: Eintracht Braunschweig
1. FC Nürnberg
So lief der 33. Spieltag: Eigentlich hätte man die Partie gegen Hannover 96 bereits nach fünf Minuten abpfeifen können. Nach dem 0:1 gab sich die Mannschaft völlig auf. Kein Spieler wehrte sich gegen die Niederlage, die Fans wandten sich vom Team ab und quittierten jede Auswechslung mit einem gellenden Pfeifkonzert. Zudem herrschte im Stadion eine ganz seltsame Stimmung. Dieser Spieltag war ein Offenbarungseid.
Nürnberg - Hannover 0:2 - hier geht's zur Analyse!
Die Stimmen:
Roger Prinzen: "Wir sind alle sehr niedergeschlagen. Wir hatten uns viel vorgenommen, viel geredet mit der Mannschaft und den Spielern, aber nach vier, fünf Minuten kam dann gleich der nächsten Rückschlag. Möglichkeiten hatten wir, leider hat uns da die Entschlossenheit gefehlt. Die Stimmung ist sehr getrübt. Es ist uns leider im letzten Heimspiel nicht gelungen, alles zu mobilisieren. Wir werden trotzdem die Möglichkeit für das nächste Wochenende suchen und versuchen die, die uns schon abgeschrieben haben, eines Besseren belehren."
Raphael Schäfer: "Die Mannschaft war durch das 0:1 sehr verunsichert und hat nicht die passenden Antworten gefunden. Nach 10, 15 Minuten haben wir uns ein paar Chancen herausgespielt, aber die musst du reinmachen. Dann kommst du zurück ins Spiel. Dann schafft man es, dass die Fans, die neutral ins Stadion gekommen sind, positiv auf die Mannschaft zu sprechen sind und sie anfeuern. Aber das hat die Mannschaft in der Situation nicht geschafft. Am letzten Spieltag ist alles noch machbar. Ich hoffe, dass wir es irgendwie schaffen, auf Schalke den Dreier holen die anderen Mannschaften uns die Chance geben, an ihnen vorbei zu ziehen."
Der 34. Spieltag: Der Club trifft zum Saisonabschluss auf den FC Schalke. Fanfreundschaft hin oder her - auch die Knappen brauchen noch die Punkte, um die direkte Champions-League-Qualifikation zu sichern. Zudem fehlen mit Pinola, Plattenhardt und Chandler drei der vier gesetzten Abwehrspieler wegen der 5. Gelben Karte. Das alles macht den Franken wenig Hoffnung. Der achte Abstieg der Vereinsgeschichte scheint unumgänglich - zu schwach zeigte sich die Truppe auch unter Prinzen in den letzten Wochen.
Seite 3: Eintracht Braunschweig
Eintracht Braunschweig
So lief der 33. Spieltag: Braunschweig spielte den FC Augsburg freilich nicht an die Wand, doch die Eintracht zeigte Wille und Einsatz - und hätte sich eigentlich belohnen müssen. Die Löwen wollten den Dreier unbedingt und drückten auf den Sieg. Coach Thorsten Lieberknecht wechselte in Hälfte zwei offensiv, in den letzten Minuten warfen die Niedersachsen alles nach vorne und hatten den Sieg zwei Mal auf dem Fuß. Umso bitterer, dass nach einem Konter in der vierten Minute der Nachspielzeit noch der Gegentreffer fiel.
Braunschweig - Augsburg 0:1 - hier geht's zum Spielbericht!
Die Stimmen:
Torsten Lieberknecht: "Trotz dieser Niederlage bleibt unser Kopf jetzt oben. Wir müssen eben einfach in Hoffenheim gewinnen. Gegen Augsburg hat uns leider in den entscheidenden Szenen die Ruhe gefehlt. Ein Sieg für uns wäre natürlich für uns richtig gut gewesen."
Der 34. Spieltag: Nach vier Pleiten am Stück bei 0:7 Toren braucht die Eintracht am letzten Spieltag die drei Punkte und muss zeitgleich auf einen Ausrutscher beider Konkurrenten hoffen. Die Löwen müssen am Samstag nach Hoffenheim reisen - zumindest können sich die Niedersachsen, die den schlechtesten Angriff der Liga stellen, dann wieder Hoffnung auf ein Tor machen. Die Kraichgauer, selbst mit nur einem Punkt aus den letzten drei Spielen, kassierten nach Hamburg die meisten Gegentore der Saison (66, wie Nürnberg).
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